Keine kritischen Links auf Olympia Webseite

Niemand mag wirklich kritische Stimmen. Obwohl ja konstruktive Kritik eigentlich etwas sehr sinnvolles ist. Aber das Organistionskommitee der Olympischen Spiele kann wohl mit Kritik nicht wirklich umgehen und wünscht sich offensichtlich sehr viel lieber eine gewisse Jubelberichterstattung. In scheinbarer völliger Unkenntnis des Internets hat das Organisationskommitee einen Passus in den Nutzungsbedingen stehen, der kritische Verlinkungen auf die Webseite verhindern soll.

“You … agree that no such link shall portray us or any other official London 2012 organisations (or our or their activities, products or services) in a false, misleading, derogatory or otherwise objectionable manner.” Übersetzt: “Sie erklären sich damit einverstanden, dass Sie keinen Link auf unsere Seite setzen, der uns oder andere offizielle Olympia-Organisationen, -Aktivitäten, -Produkte oder -Dienste in einem falschen, irreführenden, abfälligen oder in sonstiger Weise unangenehmen Licht darstellt.”

Eigentlich der Hammer in meinen Augen. Aber offensichtlich handelt es sich sogar um eine Standardformulierung, die sich in den Nutzungsbedingungen vieler Webseiten finden lässt. Allerdings ist fragelich, ob bei Nichtbeachtung, ein Webseitenbetreiber jemals deswegen Klage vor Gericht erheben wird. Zumindest in demokratischen und rechtsstaatlichen Ländern, dürfte er damit mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Erfolg haben.

Diese Formulierung ist wohl schon seit 2010 auf der Webseite zu finden. Ans Licht ist sie aber erst jetzt aufgrund verschiedener Beiträge unterschiedlicher Blogger gekommen. Das Organisationskommitee erreicht übrigens im Moment hierdurch im Übrigen genau das Gegenteil von dem, was es eigentlich erreichen wollte. Eine Menge negativer Berichterstattung und Links auf die Webseite.

Ich persönlich halte so etwas schon fast für den Versuch einer Art Zensur. Dabei gibt es in meinen Augen eine ganze Reihe Kritikpunkte, die man Olympia und auch anderen sportlichen Grossveranstalltungen vorwerfen könnte. Darüber kann und muss auch berichtet werden dürfen und dazu gehört es entsprechende Webseiten auch zu verlinken! Gleiches gilt auch für Unternehmen, die ähnliche Sätze in ihren Nutzungsbedingungen stehen haben. Alles andere widerspricht dem auf Vernetzung beruhenden Geist des Internets.

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About Andreas Rabe

IT Spezialist, Blogger und Hesse. > Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Wenn bereits der Ansatz falsch ist, so führt strenge Logik unweigerlich zum falschen Ergebnis. Nur Unlogik gibt Dir jetzt noch die Chance, wenigstens zufällig richtig zu liegen.

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