Der Drucker ist plötzlich nicht mehr erreichbar, obwohl er läuft. Die Kamera-App findet die Kamera nicht. Die Automatisierung, die auf eine Adresse im Heimnetz zeigt, schaltet ins Leere. Und am nächsten Tag funktioniert alles wieder. Das ist fast immer dasselbe Problem: Das Gerät hat eine neue Adresse bekommen.
Wie der Router Adressen verteilt

Im Heimnetz verteilt der Router die IP-Adressen über DHCP. Jedes Gerät bekommt beim Verbinden eine Adresse zugewiesen – und zwar auf Zeit. Diese Leihfrist, die Lease, läuft je nach Router nach Stunden oder Tagen ab. Meldet sich das Gerät vorher wieder, behält es seine Adresse meist. War es länger weg – über Nacht, im Urlaub, nach einem Akkuwechsel –, kann die Adresse inzwischen an ein anderes Gerät gegangen sein.
Für Handys, Laptops und Fernseher ist das völlig egal. Für alles, was von anderen Geräten angesprochen wird, ist es ein Problem: Drucker, NAS, Kameras, Druckserver, Smart-Home-Zentrale, DNS-Filter.
Die richtige Lösung heißt Reservierung
Es gibt zwei Wege, und einer ist deutlich besser.
Die DHCP-Reservierung wird im Router eingerichtet: Das Gerät bekommt dort dauerhaft dieselbe Adresse zugewiesen, erkennbar an seiner MAC-Adresse. Das Gerät selbst bleibt auf „Adresse automatisch beziehen“ und muss nicht angefasst werden. Alles steht an einer Stelle, Konflikte sind ausgeschlossen, und bei einem Routertausch zieht die Liste mit der Konfigurationssicherung mit.
Die feste IP im Gerät ist der Weg, den viele zuerst nehmen, und er birgt zwei Fallen. Liegt die gewählte Adresse im DHCP-Bereich des Routers, kann sie doppelt vergeben werden – und dann fallen beide Geräte sporadisch aus. Und wer in zwei Jahren wissen will, welches Gerät welche Adresse trägt, findet nichts, weil die Information im Gerät steckt und nicht im Router. Wenn feste IP, dann außerhalb des DHCP-Bereichs, mit notierter Liste.
Pro-Tipp: Noch robuster ist, gar nicht mit Adressen zu arbeiten. Die meisten Router stellen Hostnamen bereit, und viele Geräte sind zusätzlich per mDNS erreichbar – also als nas.fritz.box oder drucker.local statt als Zahlenkolonne. Automatisierungen, die Namen verwenden, überleben jeden Adresswechsel.
Was ich dabei gleich mitmache
- Geräteliste im Router durchgehen und alles umbenennen, was nach Zufallszeichen heißt.
- Reservierungen für die Dauerläufer setzen: NAS, Drucker, Zentrale, Kameras, Server.
- Alte Einträge löschen. Geräte, die es nicht mehr gibt, belegen Adressen und machen die Liste unlesbar.
- Automatisierungen prüfen, in denen eine Adresse hart eingetragen ist – das ist die Stelle, die beim nächsten Routertausch bricht.
Ein Nebeneffekt: Eine aufgeräumte Geräteliste ist die Grundlage dafür, überhaupt zu merken, wenn etwas im Netz hängt, das nicht dorthin gehört. Dieser Punkt und alles andere, was am Router einmal erledigt gehört, steht in der Checkliste zum Absichern des Routers.
Und wenn Smart-Home-Geräte trotz Reservierung regelmäßig verschwinden, liegt es nicht an den Adressen, sondern am Funk – die Ursachen dafür stehen im Beitrag Zigbee-Netz stabil machen. Dass die Steuerung dabei lokal laufen sollte, statt über eine Cloud zu gehen, ist im Beitrag zum Smart Home ohne Cloud beschrieben.