Die Behauptung
„Kauf einen Mac – der kriegt keine Viren.“ Dieser Satz hat Tausende Kaufentscheidungen beeinflusst. Er war zu seiner Zeit nicht komplett falsch – aber er ist heute einer der gefährlichsten Mythen der Tech-Welt.
Der Ursprung
Der Ursprung liegt in den frühen 2000ern, als Apple einen Marktanteil von unter 5 % hatte. Cyberkriminelle optimieren ihren Aufwand: Warum macOS angreifen, wenn man für dieselbe Arbeit mit Windows 20-mal mehr Opfer erreicht? Apple hat diesen Sicherheitsvorteil durch Marktanteil in ihrer berühmten „I’m a Mac“-Kampagne aktiv zu einem Qualitätsmerkmal umgedeutet. Das war cleveres Marketing – aber kein technisches Argument.
Die technische Realität
macOS basiert tatsächlich auf Unix, einem seit Jahrzehnten bewährten Betriebssystem mit sauberem Berechtigungsmodell. Das macht es strukturell robuster. Aber „robust“ bedeutet nicht „immun“.
Seit Apples Marktanteil bei Macs auf über 15 % gestiegen ist (Statista 2024), lohnt sich der Angriff auch für Cyberkriminelle. Die Zahlen sprechen für sich:
| Bedrohungstyp | macOS betroffen? | Bekannte Beispiele |
|---|---|---|
| Adware / Spyware | ✅ Ja | Pirrit, Crossrider |
| Trojaner | ✅ Ja | Silver Sparrow (2021, M1-nativ) |
| Ransomware | ✅ Ja | KeRanger, EvilQuest |
| Phishing | ✅ Ja | Identisch zu Windows |
| Zero-Day-Exploits | ✅ Ja | Regelmäßig in macOS-Updates gepatcht |
Silver Sparrow infizierte 2021 knapp 30.000 Macs – darunter erstmals Geräte mit dem neuen Apple Silicon M1-Chip. Malwarebytes berichtete 2023, dass macOS-Bedrohungen im Vergleich zum Vorjahr um über 50 % zugenommen haben.
„Ein Mac ohne Virenschutz im Jahr 2025 ist wie ein Fahrradschloss an einer Goldbarren-Vitrine – beruhigend fürs Gewissen, aber objektiv ein schlechter Plan.“
📦 Zusammenfassend: macOS ist strukturell sicherer als Windows, aber nicht immun. Gezielte Malware für Apple-Systeme nimmt zu. Kein Betriebssystem macht Vorsicht überflüssig.
Mein Rat
Installiere auf deinem Mac einen soliden Malware-Scanner – Malwarebytes bietet eine kostenlose Version, die gute Dienste leistet. Aktiviere Gatekeeper (ist standardmäßig an) und bleib bei macOS-Updates aktuell. Und vor allem: Phishing funktioniert auf jedem Betriebssystem gleich gut – denn das Einfallstor ist dort immer der Mensch, nicht das System.
