Du betrittst dein Wohnzimmer und sagst: „Licht an.“ Nichts passiert. Du wiederholst den Befehl, diesmal lauter und mit leicht genervtem Unterton. Immer noch nichts. Ein Blick auf die smarte Lampe zeigt: Die Verbindung zum WLAN ist abgebrochen.
Die Überwachungskamera an der Haustür streamt nur noch in Zeitlupe, und der smarte Lautsprecher in der Küche verliert ständig die Verbindung. Kommt dir bekannt vor?
Was viele für ein Problem der smarten Geräte selbst halten, ist in Wirklichkeit ein WLAN-Problem. Smarte Helfer scheitern selten an mangelnder Intelligenz. Sie scheitern an einer schwachen, überlasteten oder falsch konfigurierten WLAN-Infrastruktur. Dieser Artikel zeigt dir, wie WLAN-Qualität, Router-Platzierung und Mesh-Systeme den Unterschied zwischen Frust und nahtloser Smart-Home-Erfahrung machen. Anhand konkreter Alltagsszenarien mit Tapo-Geräten – smarten Lampen, Kameras, Steckdosen, Sensoren und Saugrobotern – zeigt er, wie sich die WLAN-Qualität im Smart-Home-Alltag bemerkbar macht. Die Checkliste am Ende hilft dir, dein Netzwerk Schritt für Schritt zu optimieren.
Dabei wächst die Zahl smarter Haushalte rasant. Laut Bitkom Research nutzen 2026 mittlerweile 52 Prozent der Deutschen Smart-Home-Anwendungen im Haushalt. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 73 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen 70 Prozent.
Und es geht längst nicht mehr um einzelne Geräte: 59 Prozent aller Smart-Home-Nutzerinnen und -Nutzer in Deutschland setzen sechs oder mehr verschiedene intelligente Anwendungen gleichzeitig ein, so eine weitere Bitkom-Erhebung aus 2025.
Die unsichtbare Last: Wie Smart-Home-Geräte dein WLAN belasten

Viele unterschätzen, was ein halbes Dutzend smarter Geräte für das heimische Netzwerk bedeutet. Die unsichtbare Last wächst mit jeder neuen Steckdose, jedem Sensor und jeder Kamera.
Die schiere Menge: 30 Geräte und mehr im Netzwerk
Zahlen aus 2025, die aktuellsten öffentlich verfügbaren, zeigen: In rund der Hälfte der deutschen Haushalte (49,2 Prozent) sind mehr als vier Geräte mit dem Internet verbunden. In 23,5 Prozent der Haushalte sind es sogar mehr als sieben, wie eco dokumentiert hat. Und das war vor zwei Jahren. Inzwischen dürften diese Zahlen noch höher liegen.
Beim Aufbau eines Smart-Home-Netzwerks kann ein kleines Smarthome mit wenigen Lampen, Sensoren und Lautsprechern schnell auf 30 oder mehr Netzwerkgeräte kommen, besonders wenn Smartphones, Tablets, Fernseher und PCs mitgezählt werden.
Jedes dieser Geräte beansprucht Airtime und verursacht Broadcast-Traffic. Je mehr Geräte, desto höher die Netzwerklast. Dein Router hat eben keine unendliche Kapazität.
Das 2,4-GHz-Dilemma: Engpass im frequency band
Ein weiteres Problem ist das Frequenzband selbst. Das 2,4-GHz-Band hat nur drei überlappungsfreie Kanäle: 1, 6 und 11.
Da die meisten Smart-Home-Geräte ausschließlich im 2,4-GHz-Band funken, kommt es besonders in Mehrfamilienhäusern zu Kanalüberschneidungen, Interferenzen und höherer Latenz, wie Digitalhome Magazin in einer Analyse von 2026 erklärt.
Warum setzen so viele Hersteller überhaupt auf 2,4 GHz? Der Grund ist simpel: Kostengünstige WLAN-Chips, die nur dieses ältere Frequenzband unterstützen, sparen Geld. 5 GHz ist teurer und für viele Anwendungen schlicht nicht nötig.
Zudem bietet das 2,4-GHz-Band eine größere Reichweite und bessere Wanddurchdringung, weshalb es für Smart-Home-Geräte wie Überwachungskameras, intelligente Steckdosen und Sensoren bevorzugt wird. Diese Vorteile haben jedoch ihren Preis: ein chronisch überfülltes Frequenzband.
WLAN dominiert die Smart-Home-Kommunikation ohnehin. Laut einer Studie setzen 85 Prozent der Nutzer auf WLAN; Bluetooth folgt mit 72 Prozent. Spezifische Smart-Home-Protokolle wie Matter und Zigbee sind dagegen 63 Prozent der Befragten völlig unbekannt.
Das zeigt: Die meisten Haushalte packen alles ins WLAN – mit allen Konsequenzen.
Das Airtime-Problem: Wenn alte Geräte das Netz ausbremsen
Richtig tückisch wird es, wenn alte und langsame Geräte im Netz hängen. Geräte, die nur ältere WLAN-Standards wie 802.11b/g/n unterstützen und bei 1 bis 11 Mbit/s senden, blockieren durch ihr langes Sendeverhalten das gesamte Funkmedium für alle anderen Geräte im Netzwerk. Dieses Phänomen heißt Airtime-Problem, wie die bereits zitierte Analyse des Digitalhome Magazin beschreibt.
Verschärft wird das Ganze durch die Kommunikationsweise von IoT-Geräten. Sie nutzen häufig Broadcast- und Multicast-Protokolle wie mDNS, SSDP, ARP und DHCP.
Diese senden Nachrichten an alle Geräte im Netzwerk. Je mehr IoT-Geräte verbunden sind, desto höher ist die Anzahl dieser Broadcast-Pakete und desto stärker steigt die Netzwerklast, wie derselbe Digitalhome Magazin-Artikel feststellt.
Kurz gesagt: Viele Geräte, ein enges Frequenzband und langsame Standards ergeben eine toxische Mischung. Die Aussetzer, die du im Alltag erlebst, sind das logische Ergebnis.
Smart Home im Alltag: Wo dein WLAN konkret den Unterschied macht
Die bisher beschriebenen Netzwerk-Probleme – überfülltes 2,4-GHz-Band, Airtime-Stau, Broadcast-Lawinen – treffen deine smarten Geräte jeden Tag. Was sich technisch nüchtern anhört, bekommst du in den folgenden fünf Alltagsszenarien ganz praktisch zu spüren. Jedes Beispiel zeigt, welche Anforderungen der jeweilige Gerätetyp an dein WLAN stellt und was passiert, wenn die Infrastruktur nicht mitspielt.
Beleuchtung und Szenen
Smarte Lampen und Lichtstreifen lassen sich per App, Zeitplan oder Sprachbefehl steuern und zu ganzen Lichtszenen kombinieren. Der Befehl „Licht auf 50 Prozent“ muss in Echtzeit übertragen werden – jede Verzögerung fällt sofort auf. Dafür ist eine Verbindung mit niedriger Latenz nötig, und da fast alle smarten Leuchtmittel nur 2,4 GHz nutzen, sind sie besonders anfällig für ein überfülltes Funkband.
Im Alltag sieht das so aus: Du sagst „Licht an“, aber nichts passiert. Erst Sekunden später reagiert die Lampe – oder gar nicht. Der Grund ist oft eine momentane Überlastung des 2,4-GHz-Kanals durch andere Geräte oder Nachbarnetze. Steht der Router zudem hinter einer massiven Wand oder im Schrank, verschlechtert sich die Abdeckung zusätzlich.
Sicherheit und Überwachung
Tapo-Kameras – ob im Innenbereich oder als Akku-Variante an der Terrassentür – senden Live-Bilder, erkennen Bewegung und schicken in Echtzeit Push-Nachrichten auf dein Smartphone. Sie brauchen eine stabile Verbindung mit genügend Bandbreite und eine zuverlässige Funkreichweite, vor allem im Außenbereich.
Typisches Problem: Die Haustürkamera nimmt eine Bewegung auf, doch die Benachrichtigung tröpfelt erst Minuten später ein. Oder noch ärgerlicher: Der Live-Stream bleibt hängen und zeigt nur ein kreiselndes Ladesymbol.
Ursache ist hier oft der große Abstand zum Router, sodass das Signal zu schwach ankommt, oder wiederum eine Überlastung des 2,4-GHz-Bands. Bei einer Akku-Kamera im Außenbereich führt ein schwaches Signal schnell zu Verbindungsabbrüchen – und du bekommst gar nichts mehr mit.
Energie und Steckdosen
Intelligente Steckdosen schalten angeschlossene Geräte nach Zeitplan oder per App. Viele Modelle messen zusätzlich den Stromverbrauch. Der reine Schaltbefehl erfordert zwar nur minimale Daten, aber für die Verbrauchsmessung und regelmäßige Statusmeldungen braucht es eine dauerhaft stabile Verbindung.
Die Kaffeemaschine soll morgens um 7:00 Uhr automatisch angehen – doch die Steckdose hat den Zeitplan nie empfangen, weil das WLAN in der Küche zu schwach ist.
Oder du willst im Winter die Weihnachtsbeleuchtung auf dem Balkon per App ausschalten, aber der Befehl geht verloren, weil der Router zwei Räume weiter steht und die Steckdose am Rande des Empfangsbereichs hängt.
Sensoren und Hubs
Tür-/Fensterkontakte, Temperatur- und Bewegungssensoren melden ihren Zustand an einen Hub oder direkt ans WLAN und lösen damit Automationen aus.
Sie benötigen eine verlässliche Verbindung mit möglichst geringer Latenz, auch wenn die Datenmenge winzig ist. Batteriebetriebene Sensoren senden Daten in kurzen Abständen, was bei Verbindungsproblemen zu Verzögerungen führen kann.
Stell dir vor: Du öffnest die Haustür, und der Fensterkontakt soll das Flurlicht aktivieren. Wegen eines überlasteten Funkkanals oder weil ein langsames Uralt-Gerät die Airtime blockiert, passiert nichts.
Du stehst im Dunkeln, obwohl die Automation korrekt eingerichtet ist. Gerade solche Szenarien zeigen, wie sehr selbst kleine Sensor-Pakete eine störungsfreie WLAN-Basis brauchen.
Saugroboter
Saugroboter startest du per App oder Zeitplan; viele Modelle laden für die Navigation Karten aus der Cloud und senden Statusmeldungen, was eine stabile Internetverbindung voraussetzt. Das erfordert eine gewisse Bandbreite – und vor allem eine durchgehende Verbindung, damit die Navigation nicht zusammenbricht.
Du drückst in der App auf „Starten“, aber der Roboter rührt sich nicht. Wenig später erscheint eine Fehlermeldung: keine Verbindung. Oder die Reinigung läuft, doch die Live-Karte im Smartphone friert ein, weil das WLAN-Signal in der entfernten Ecke abbricht.
Dahinter steckt meistens wieder eine Kombination aus zu großer Distanz zum Router und einer hohen Auslastung des 2,4-GHz-Bands, das der Roboter ebenfalls nutzt.
Wenn alles gleichzeitig passiert – ein kombiniertes Routine-Beispiel
Ein morgendliches „Guten Morgen“-Szenario macht die Belastung besonders deutlich: Gleichzeitig geht das Badlicht an, die Kaffeemaschine bekommt über die smarte Steckdose Saft, die Überwachungskamera wechselt in den Privatmodus und der Saugroboter beginnt seine Runde. Alle diese Befehle rasen fast zeitgleich durch dein WLAN.
Ist das Netz überlastet oder sind zu viele 2,4-GHz-Geräte aktiv, kann es zu Teilausfällen kommen: Das Licht reagiert sofort, aber die Steckdose schaltet erst nach einer Wiederholung oder gar nicht.
Genau solche Aussetzer sind ein untrügliches Zeichen für Broadcast-Stau und zu viele gleichzeitig funksende Geräte auf einem Kanal.
Router-Platzierung: Der einfachste Hebel für besseres WLAN
Bevor du Geld für neue Hardware ausgibst, gibt es einen Hebel, der keinen Cent kostet und sofort wirkt: die richtige Platzierung deines Routers.
Ein Router, der im Schrank oder auf dem Boden steht, verliert durch Möbel, Wände und andere Hindernisse bis zu 50 Prozent seiner Signalstärke, noch bevor das Signal den ersten Raum erreicht hat. Ein erhöhter und zentraler Standort auf etwa 1 bis 1,5 Meter Höhe verbessert die Abdeckung messbar. Das zeigt der Addis Techblog in seinem Artikel ‚WLAN Router richtig aufstellen‘ von 2026.
Auch deine Einrichtung spielt eine Rolle. Wasser absorbiert WLAN-Signale direkt: Ein Aquarium zwischen Router und Endgerät wirkt wie eine Wand aus Signal-Vernichter. Und Mikrowellen funken im gleichen 2,4-GHz-Bereich und verursachen bei Betrieb Interferenzen mit dem WLAN.
Die Bandwahl ergänzt die Platzierung sinnvoll. Das 5-GHz-Band schafft theoretisch bis zu 1.300 Mbit/s, das 2,4-GHz-Band bis zu 450 Mbit/s, wie der Addis Techblog erklärt. Für Geräte weit vom Router entfernt oder hinter Wänden empfiehlt sich 2,4 GHz; für Streaming und Gaming in Routernähe ist 5 GHz die bessere Wahl.
Mein Praxistipp: Stell deinen Router frei, zentral und erhöht auf. Keine unmittelbare Nähe zu Aquarien, Mikrowellen oder metallischen Oberflächen. Und steck ihn nicht in den Schrank. Der Unterschied ist oft Tag und Nacht.
Eine smarte Überwachungskamera am Gartentor, weit vom Router entfernt, freut sich über das 2,4-GHz-Band und einen Mesh-Knoten in der Nähe, falls das Signal zu schwach wird.
Ein Tür-/Fensterkontakt im Keller oder hinter einer Stahlbetonwand verlangt ebenfalls nach besserer Abdeckung – oft reicht schon ein anderer Standort des Routers oder ein zusätzlicher Knoten, um solche toten Ecken zu versorgen.
Wer sein Netzwerk-Basiswissen vertiefen möchte, findet im Artikel Heimnetzwerk einfach erklärt eine ausführliche Einführung in Router, IP-Adressen und WLAN-Grundlagen.
Mesh statt Repeater: Warum durchdachte Vernetzung den Unterschied macht
Wenn du mehr als eine Handvoll smarter Geräte betreibst, reicht ein einzelner Router oft nicht aus. Dann brauchst du ein System, das die Abdeckung intelligent erweitert.
Der Nachteil klassischer Repeater
Ein Mesh-WLAN besteht aus mehreren Knotenpunkten, die ein einheitliches Netzwerk bilden. Im Gegensatz zu einem klassischen Repeater, der bis zu 50 Prozent der Geschwindigkeit verliert, bleibt die Verbindung bei Mesh-Systemen auch beim Wechsel zwischen Räumen stabil.
Entscheidend ist der Backhaul, also die Verbindung zwischen den Mesh-Knoten. Bei drahtlosem Backhaul halbiert jede Weiterleitung durch einen weiteren Knoten effektiv die verfügbare Airtime, warnt das Digitalhome Magazin.
Kabelgebundener Backhaul zwischen Mesh-Knoten ist daher für stabile Smart-Home-Netzwerke die überlegene Lösung. Wenn du also die Möglichkeit hast, ein Ethernet-Kabel zum nächsten Mesh-Knoten zu verlegen: Tu es.
Mesh mit IoT-Isolation: Das optimale Setup
Ein modernes Mesh-System kann mehr als nur die Abdeckung erweitern. Es kann smarte Geräte in einem eigenen, vom Hauptnetz getrennten WLAN betreiben. Diese IoT-Isolation steigert sowohl die Sicherheit als auch die Performance deines gesamten Netzwerks.
Ein Beispiel aus der Praxis ist die Kombination von Deco Mesh Wi-Fi und Tapo Smart Home. Deco und Tapo erkennen sich gegenseitig durch optimierte Protokolle und können Tapo Akku-Kameras automatisch in einen Sparmodus schalten, was den Standby-Verbrauch um bis zu 30 Prozent senkt. Smarte Geräte bekommen ein eigenes, isoliertes WLAN: Das reduziert die Broadcast-Last auf deinem Hauptnetz spürbar.
Tapo ist eine Smart-Home-Marke von TP-Link und hat in Deutschland über 2 Millionen Nutzer. Das Produktportfolio umfasst Kameras, smarte Steckdosen, Beleuchtung, Sensoren, Saugroboter, Hubs und Netzwerk- sowie Mesh-WLAN-Geräte.
Alles steuerbar über eine einzige App. Dass Netzwerk-Infrastruktur und smarte Geräte aus einer Hand kommen, ist ein handfester Vorteil: Die Komponenten sind aufeinander abgestimmt.
Ein Mesh-Netz mit einem Knoten pro Stockwerk kann die WLAN-Abdeckung verbessern und möglicherweise die Stabilität von Kamerastreams und Sprachbefehlen erhöhen, indem es die Broadcast-Last reduziert.
Kamerastreams aus dem Garten werden stabiler, und Sprachbefehle an die smarte Lampe werden zuverlässiger ausgeführt – weil die Broadcast-Last dein Hauptnetz nicht mehr zustopft und die Verbindungen der IoT-Geräte stabiler bleiben.
Checkliste: 7 Schritte zu einem stabilen Smart-Home-Netzwerk
Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Maßnahmen für ein zuverlässiges Smart-Home-WLAN zusammen.
Router zentral und erhöht aufstellen: Freistehend auf 1 bis 1,5 Meter Höhe, fern von Aquarien, Mikrowellen und Metallgegenständen. Schon das verhindert bis zu 50 Prozent Signalverlust.
WLAN-Bänder trennen: Betreibe 2,4 GHz und 5 GHz unter unterschiedlichen SSIDs. Lass deine smarten Geräte ausschließlich im 2,4-GHz-Netz einbuchen.
In Praxistests sank die durchschnittliche Reaktionszeit von Smart-Home-Geräten nach der Konfiguration von 4,2 auf 0,8 Sekunden. Viele Smarthome-Geräte unterstützen ausschließlich 2,4 GHz WLAN, da ihre WLAN-Chips kostengünstig produziert werden und nur dieses ältere Frequenzband unterstützen.
Das 5-GHz-Band hat etwa nur 30 Prozent der Reichweite des 2,4-GHz-Bands. Tipp: Wenn du ein neues Tapo-Gerät in die App einbindest, bring dein Smartphone vorher ins 2,4-GHz-WLAN. So klappt die Einrichtung reibungslos.
Mesh-System mit kabelgebundenem Backhaul bevorzugen: Wo möglich, verbinde Mesh-Knoten per Ethernet. Das vermeidet den Geschwindigkeitsverlust durch drahtlose Weiterleitung. Jeder drahtlose Hop halbiert die verfügbare Airtime.
IoT-Geräte in einem separaten Netzwerk isolieren: Entweder per VLAN oder über ein Mesh-System mit integrierter IoT-Isolation, zum Beispiel Deco Mesh mit Tapo. Das reduziert Broadcast-Last und erhöht die Sicherheit deines gesamten Netzwerks.
radio channel manuell wählen: Besonders in Mehrfamilienhäusern lohnt sich ein Blick in die Kanalbelegung. Wähle einen der Kanäle 1, 6 oder 11, und zwar den am wenigsten belegten. Dein Router zeigt dir normalerweise an, welche Kanäle deine Nachbarn nutzen.
Alte Geräte aussortieren oder austauschen: Geräte, die nur 802.11b/g/n unterstützen, bremsen das gesamte Netz durch das Airtime-Problem. Achte auf moderne WLAN-Standards. Ein einzelnes Uralt-Gerät kann die Performance für alle anderen ruinieren.
Regelmäßige Updates einspielen: Halte Router-Firmware und Smart-Home-Geräte aktuell. Laut Zahlen des BSI von 2024 verwenden drei Viertel der Internetnutzer mindestens ein Smarthome-Gerät.
Doch nur etwa 4 von 10 Smart-Speaker-Nutzern installieren regelmäßig Updates. Dabei schließen Updates oft Sicherheitslücken und verbessern die WLAN-Stabilität.
Ausblick: Wi-Fi 7 und die Zukunft des Smart Homes
Die gute Nachricht: Die Technik schläft nicht. Wi-Fi 7, auch bekannt als 802.11be, führt Multi-Link Operation (MLO) ein. Geräte können damit gleichzeitig Daten über mehrere Frequenzbänder senden und empfangen.
Wi-Fi 7 nutzt dafür 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz parallel, was die Latenz reduziert und die Zuverlässigkeit erhöht, wie der Addis Techblog erklärt. Besonders relevant für Smart Homes mit vielen gleichzeitig aktiven Geräten.
MLO wird Airtime-Probleme entschärfen und Bandbreiten-Engpässe auflösen. Smarte Geräte profitieren von niedrigerer Latenz, weil der Datenverkehr intelligent auf mehrere Bänder verteilt wird.
Parallel gewinnen Protokolle wie Matter und Thread an Bedeutung, die speziell für Smart-Home-Anwendungen entwickelt wurden. Doch WLAN bleibt auf absehbare Zeit das Rückgrat.
Ein wichtiger Realitätscheck: Bis Wi-Fi 7 flächendeckend in Smart-Home-Geräten ankommt, werden noch einige Jahre vergehen. Die heutigen Optimierungen bleiben also relevant. Du musst nicht auf Wi-Fi 7 warten, um dein Smart Home stabil zu bekommen.
Caveats & Gegenargumente: Wenn WLAN allein nicht reicht
Bei aller Fokussierung auf das WLAN: Nicht jedes Problem ist ein WLAN-Problem. Viele Aussetzer entstehen durch fehlerhafte Cloud-Dienste des Herstellers, überlastete Server oder Inkompatibilitäten zwischen verschiedenen Smart-Home-Plattformen. Wenn deine smarte Lampe nicht reagiert, obwohl das WLAN einwandfrei läuft, liegt die Ursache vielleicht in der Cloud.
Auch die Wahl der radio technology spielt eine Rolle. Alternativen zu WLAN wie Zigbee und Z-Wave sind für batteriebetriebene Sensoren oft die bessere Wahl. Sie verbrauchen weniger Strom und bauen ein eigenes Mesh-Netzwerk auf, das dein WLAN entlastet.
Batteriebetriebene Tür-/Fensterkontakte oder Temperatursensoren über einen Hub einzubinden, kann dein WLAN entlasten, während Kameras und Saugroboter aufgrund des höheren Datenvolumens weiterhin auf WLAN angewiesen sind.
Dass 63 Prozent der Befragten einer Studie Matter und Zigbee nicht kennen, zeigt: Hier liegt viel ungenutztes Potenzial.
Und dann ist da noch die Kostenfrage. Ein hochwertiges Mesh-System mit IoT-Isolation kostet mehrere hundert Euro. Du musst nicht für jedes Problem die teuerste Lösung kaufen.
Ein letzter, aber entscheidender Punkt: Sicherheit. Laut den 2024 veröffentlichten BSI-Zahlen nennen nur 26 Prozent der Smarthome-Nutzer Updatezusagen als Kaufkriterium für Geräte; nur 16 Prozent achten auf verschlüsselte Kommunikation. Jede sechste Person hat keine einzige von 17 vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen ergriffen.
Ein stabiles WLAN ist das Fundament. Aber ohne Sicherheitspraktiken wie Updates, sichere Passwörter und Netzwerksegmentierung steht dein Smart Home auf wackligen Beinen.
Fazit: Dein WLAN ist die Basis – investiere klug
Am Ende läuft alles auf eine einfache Wahrheit hinaus: Ein zuverlässiges Smart Home steht und fällt mit der WLAN-Infrastruktur. Die beste smarte Lampe nützt nichts, wenn der radio command nicht ankommt.
Smarte Geräte sind nur so intelligent wie das Netzwerk, das sie verbindet. Das gilt genauso für Kameras, Steckdosen, Sensoren und Saugroboter: Sie zeigen dir nur dann zuverlässig, was sie können, wenn das WLAN mitspielt.
Drei Hebel machen den entscheidenden Unterschied. Den Router richtig platzieren: Das kostet nichts und wirkt sofort. WLAN-Bänder trennen: minimaler Aufwand, großer Effekt, vor allem bei vielen 2,4-GHz-Geräten. Und bei mehr als einer Handvoll smarter Geräte auf ein Mesh-System mit IoT-Isolation setzen: das ist langfristig die stabilste Lösung.
Die Kombination aus Mesh-WLAN und Smart Home aus einer Hand vereint Netzwerk-Performance und Gerätesteuerung in einem durchdachten System. Mit der Checkliste aus diesem Artikel gehst du die Optimierung Schritt für Schritt an. Also, ran an den Router. Dein Smart Home wird es dir danken.
