WhatsApp und Co: Seehofer will die Zwangsentschlüsselung

Whatsapp auf der LG G Watch

Ja, diese Forderung ist in der Tat ein starkes Stück. Angeblich plant das Innenmisterium, dass in Zukunft Anbieter von Messenger Diensten wie zum Beispiel WhatsApp, Threema, Signal, Wire, Telegram usw, Chats unverschlüsselt an Behörden geben können müssen.

Laut einem Bericht, sollen die Anbieter aufgrund einer richterlichen Andordung verplichtet werden können, Chats unverschlüsselt beispielsweise an Ermittlungsbehörden weiterzugeben. Kommen sie dieser Anordung nicht nach, soll die Bundesnetzagentur diesen Dienst in Deutschland sperren können. Das soll auch passieren können, wenn der Messenger Dienst technisch gar nicht in der Lage wäre, unverschlüsselte Chats zu liefern.

End-to-End Verschlüsselung

Und genau das dürfte bei so gut wie allen Messengern, die in Deutschland beliebt sind, der Fall sein. Denn im Interesse er Nutzer, und das gilt es zu betonen, bieten diese fast alle eine sogenannte Ende-zu-Ende Verschlüsselung. Das bedeutet, dass Chats auf dem sendenen Gerät verschlüsselt und erst auf dem empfangenden Gerät wieder entschlüsselt werden. Auf dem Weg dazuwischen, lässt sich der Chat nicht lesen. Auch der Dienstanbieter kann nicht mitlesen. Es ist sicher und soll auch so sein.

Und genau diese Sicherheit will nun scheinbar der CSU Seehofer aushebeln. Wie das gehen soll oder welche Maßnahmen die Anbieter hier ergreifen sollen, ist nicht ganz klar! Möglich wäre nur eine Abschaltung der Ende-zu-Ende Verschlüsselung oder der Einbau von Hintertüren.

Dann ist es fast wie in China

Und ja, allein die Forderung danach, ist ein starkes Stück. Denn Seehofers Ministerium denkt tatsächlich darüber nach ähnliche Überwachungsmechanismen und Vorschriften für Unternehmen einzuführen, wie sie in China üblich sind. Dort sind Unternehmen nämlich per Gesetz verpflichtet mit den Geheimdiensten in jeglicher Form zu kooperieren. Und genau das ist ja das, was man beispielsweise Huawei vorwirft: Der Einbau von Hintertüren, damit der Staat “mitlesen” kann.

Hinzu kommt, dass der Einbau einer Hintertür immer bedeutet, dass diese früher oder später von Bad Guys gefunden und zu kriminellen Zwecken ausnutzt wird. Die Frage ist dann nicht mehr ob, sondern nur noch wann. Den Schaden hat dann der normale Nutzer. Er trägt das Risiko solcher Seehofer´chen Überwachungsphantasien.

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About Andreas Rabe

IT Spezialist, Blogger und Hesse. > Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Wenn bereits der Ansatz falsch ist, so führt strenge Logik unweigerlich zum falschen Ergebnis. Nur Unlogik gibt Dir jetzt noch die Chance, wenigstens zufällig richtig zu liegen.

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