Stell dir vor, du könntest bei WhatsApp mit Menschen chatten, ohne ihnen deine Telefonnummer zu geben. Klingt nach Zukunftsmusik? Nicht mehr lange! WhatsApp steht vor einer der größten Veränderungen seiner Geschichte, und heute stehen wir kurz vor dem Start einer Funktion, die viele Nutzer schon seit Jahren fordern: individuelle Benutzernamen.
Endlich auf Augenhöhe mit der Konkurrenz
Während Telegram und Signal schon seit Jahren mit Benutzernamen arbeiten, hat WhatsApp bisher stur an der Telefonnummer als einziger Identifikationsmöglichkeit festgehalten. Doch das ändert sich jetzt fundamental. Meta hat offiziell bestätigt, dass im Laufe des Jahres 2026 das neue Benutzernamen-System für alle über zwei Milliarden WhatsApp-Nutzer weltweit verfügbar sein wird.
Die gute Nachricht: Die Entwicklung ist bereits in vollem Gange. In den neuesten Beta-Versionen für Android und iOS testet WhatsApp aktiv die Benutzernamen-Funktion. Besonders spannend ist dabei eine Reservierungsfunktion, die es dir ermöglicht, dir schon jetzt deinen Wunschnamen zu sichern, bevor der große Ansturm beginnt.
So funktioniert das neue System

Die Grundidee ist denkbar einfach: Du wählst dir einen einzigartigen Benutzernamen aus, und andere WhatsApp-Nutzer können dich darüber finden und kontaktieren, ohne dass sie jemals deine Telefonnummer zu Gesicht bekommen. Deine Nummer bleibt weiterhin im System hinterlegt, wird aber nicht mehr öffentlich sichtbar sein müssen.
Das bedeutet konkret: Wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest, sei es in einer Gruppendiskussion, auf einer Networking-Veranstaltung oder beim Online-Shopping, gibst du einfach deinen Benutzernamen weiter statt deiner persönlichen Handynummer. Die andere Person kann dich dann über WhatsApp kontaktieren, ohne Zugriff auf deine private Telefonnummer zu haben.
Erst wenn beide Nutzer sich gegenseitig als Kontakt speichern, werden die Telefonnummern für beide Seiten sichtbar. Das gibt dir die volle Kontrolle darüber, wer Zugang zu deinen persönlichen Daten bekommt.
Mehr Sicherheit in Gruppenchats
Kennst du das Problem? Du wirst zu einem WhatsApp-Gruppenchat hinzugefügt, und plötzlich haben Dutzende fremder Menschen Zugriff auf deine Telefonnummer. Vielleicht ist es eine Eltern-Chat-Gruppe aus der Schule deines Kindes, eine temporäre Projektgruppe oder ein Event-Chat. In all diesen Situationen war deine Nummer bisher für alle sichtbar.
Mit den neuen Benutzernamen gehört dieses Problem der Vergangenheit an. In Gruppenchats wird künftig nur noch dein Benutzername angezeigt. Deine Telefonnummer bleibt verborgen und geschützt. Das reduziert das Risiko von Spam-Anrufen, unerwünschten Kontaktversuchen außerhalb von WhatsApp oder sogar Stalking erheblich.
Die Spielregeln für deinen Benutzernamen
Bevor du dir jetzt Gedanken über deinen perfekten Benutzernamen machst, solltest du die Vorgaben kennen, die WhatsApp festgelegt hat. Diese Regeln sollen sicherstellen, dass das System fair und sicher für alle funktioniert:
Länge und Zeichen: Dein Benutzername muss zwischen 3 und 30 Zeichen lang sein. Erlaubt sind ausschließlich Kleinbuchstaben (a bis z), Zahlen (0 bis 9), Punkte und Unterstriche. Großbuchstaben werden automatisch in Kleinbuchstaben umgewandelt.
Mindestens ein Buchstabe: Du kannst nicht einfach eine Zahlenfolge wie „123456“ als Namen wählen. Jeder Benutzername muss mindestens einen Buchstaben enthalten. Das verhindert, dass Nutzer ihre Telefonnummern einfach als Username verwenden.
Keine Domains: Namen, die mit „www.“ beginnen oder mit Domain-Endungen wie „.com“, „.net“ oder „.de“ enden, sind nicht erlaubt. WhatsApp möchte damit Verwechslungen mit Webseiten vermeiden und Missbrauch vorbeugen.
Einzigartigkeit ist Pflicht: Jeder Benutzername kann nur einmal vergeben werden. Wenn also „max_mueller“ bereits vergeben ist, musst du kreativ werden und eine Variation finden wie „max_mueller_2024“ oder „maxmueller_official“.
Sonderzeichen-Einschränkungen: Punkte dürfen nicht am Anfang oder Ende des Namens stehen und auch nicht direkt hintereinander verwendet werden. Also kein „..max..“ oder „max..mueller“.
Username Key: Dein zusätzlicher Schutz
WhatsApp geht noch einen Schritt weiter beim Thema Privatsphäre. Zusätzlich zum Benutzernamen entwickelt das Unternehmen eine Funktion namens „Username Key“ – im Grunde eine PIN, die du optional für deinen Benutzernamen festlegen kannst.
Wenn du diesen zusätzlichen Schutz aktivierst, müssen fremde Personen nicht nur deinen Benutzernamen kennen, sondern auch die dazugehörige PIN, um dir erstmals schreiben zu können. Das gibt dir noch mehr Kontrolle darüber, wer dich kontaktieren darf.
Diese Funktion könnte besonders nützlich sein, wenn du deinen Benutzernamen öffentlich verwendest, etwa auf deiner Website, in Social-Media-Profilen oder auf Visitenkarten, aber trotzdem nicht von jedem beliebigen Fremden angeschrieben werden möchtest.
Die Reservierungsphase läuft bereits
Hier wird es richtig spannend: Meta möchte verhindern, dass Beta-Tester und Early Adopters alle begehrten Benutzernamen für sich beanspruchen, bevor die breite Nutzerbasis überhaupt Zugang zur Funktion hat. Deshalb wurde ein gestaffeltes Reservierungssystem entwickelt.
Einige Beta-Nutzer haben bereits jetzt in den Einstellungen unter „Profil“ die Möglichkeit, ihren Wunsch-Benutzernamen zu reservieren. Diese Reservierungsphase wird in den kommenden Wochen und Monaten schrittweise für immer mehr Nutzer geöffnet.
Wenn du bereits einen Benutzernamen auf Instagram oder Facebook nutzt, kannst du diesen voraussichtlich auch für WhatsApp übernehmen, da Meta plant, die Benutzernamen über die eigene Kontoverwaltung zu synchronisieren. Das macht Sinn, denn es ermöglicht dir eine einheitliche digitale Identität über alle Meta-Plattformen hinweg.
Mein Tipp: Überlege dir schon jetzt zwei oder drei mögliche Benutzernamen. Dein absoluter Wunschname könnte bereits vergeben sein, wenn du an der Reihe bist. Mit ein paar Alternativen im Hinterkopf bist du bestens vorbereitet.
Wichtige Deadline für Unternehmen
Wenn du ein Unternehmen betreibst oder mit WhatsApp Business arbeitest, solltest du einen wichtigen Termin rot im Kalender markieren: Juni 2026. Bis dahin müssen alle Unternehmen, die die WhatsApp Business API nutzen, ihre Systeme auf das neue Identifikationssystem umgestellt haben.
WhatsApp führt dafür die sogenannte „Business-Scoped User ID“ (BSUID) ein – eine eindeutige Kennung, die es Unternehmen ermöglicht, mit Kunden zu kommunizieren, ohne deren Telefonnummer zu kennen. Das bedeutet konkrete Anpassungen für CRM-Systeme, Chatbots, Analysetools und Workflow-Automatisierungen.
Für Unternehmen gilt allerdings eine wichtige Ausnahme: Ihre eigenen Telefonnummern bleiben weiterhin für Kunden sichtbar. Das dient der Transparenz in der Geschäftskommunikation und gibt Kunden die Sicherheit, mit einem verifizierten Unternehmen zu sprechen.
Praktische Anwendungsfälle im Alltag
Lass uns konkret werden: Wann würdest du die Benutzernamen-Funktion tatsächlich nutzen? Die Szenarien sind vielfältig:
Online-Shopping und Kleinanzeigen: Du verkaufst etwas auf einem Marktplatz und möchtest mit Interessenten chatten, ohne deine private Nummer preiszugeben. Einfach den Benutzernamen angeben, fertig.
Geschäftliche Kontakte: Du triffst auf einer Konferenz oder einem Networking-Event neue Geschäftspartner. Statt Visitenkarten mit deiner privaten Handynummer zu verteilen, gibst du deinen WhatsApp-Benutzernamen weiter.
Social Media und Content Creation: Als Blogger, YouTuber oder Influencer möchtest du für deine Community erreichbar sein, aber nicht deine private Nummer öffentlich machen. Der Benutzername in deiner Bio löst dieses Problem elegant.
Temporäre Gruppenchats: Projektgruppen, Event-Planungen, Reisegruppen – in all diesen temporären Zusammenhängen schützt dich der Benutzername vor unerwünschten Langzeitkontakten.
Erstkontakt mit Unternehmen: Wenn du den Kundenservice eines Unternehmens über WhatsApp kontaktierst, muss das Unternehmen deine Nummer nicht kennen. Du bleibst anonym, bis du dich entscheidest, mehr Informationen zu teilen.
Der globale Rollout-Plan
WhatsApp plant eine schrittweise Einführung, um das System unter realen Bedingungen zu testen und eventuelle Kinderkrankheiten zu beheben. Erste Berichte deuten darauf hin, dass Beta-Tester in Schlüsselmärkten wie Indien und Brasilien bereits Anfang 2026 Zugang zur vollständigen Funktion erhalten haben.
Der weltweite Rollout für alle Nutzer wird voraussichtlich zur Jahresmitte 2026 beginnen und sich dann über mehrere Monate erstrecken. Das bedeutet: Auch wenn du die Funktion nicht sofort nach der Ankündigung nutzen kannst, ist es nur eine Frage von Wochen oder wenigen Monaten, bis sie auch in deiner Region verfügbar ist.
Meta hat aus vergangenen Feature-Rollouts gelernt und setzt auf diese gestaffelte Einführung, um die Serverlast zu verteilen und auf unvorhergesehene Probleme reagieren zu können, bevor Milliarden von Nutzern gleichzeitig auf das System zugreifen.
Telegram und Signal als Vorbilder
WhatsApp ist spät dran mit dieser Funktion, keine Frage. Telegram bietet Benutzernamen bereits seit vielen Jahren an, und Signal hat im März 2024 nach nur wenigen Wochen Testphase die Funktion für alle Nutzer freigeschaltet. Beide Plattformen haben gezeigt, dass das Konzept funktioniert und von den Nutzern geschätzt wird.
Der Unterschied: WhatsApp hat mit über zwei Milliarden aktiven Nutzern eine völlig andere Dimension. Die Einführung von Benutzernamen bei WhatsApp wird die größte Infrastruktur-Umstellung in der Geschichte der App. Das erklärt auch, warum Meta so vorsichtig und gründlich vorgeht.
Die Konkurrenz hat WhatsApp gelehrt, was funktioniert und was nicht. So lernte Meta beispielsweise von Signal, dass die Funktion optional bleiben sollte und die Telefonnummer weiterhin als alternative Kontaktmöglichkeit verfügbar sein muss. Nicht jeder möchte sich einen Benutzernamen ausdenken und merken müssen.
Zusätzliche Sicherheitsfeatures im Anmarsch
Parallel zur Benutzernamen-Funktion arbeitet WhatsApp an weiteren Sicherheitsverbesserungen. In aktuellen Beta-Versionen wurde ein „Hochsicherheitsmodus“ gesichtet – eine Art Notschalter für maximalen Account-Schutz.
Dieser Modus deaktiviert automatisch Link-Vorschauen, um Phishing-Risiken zu minimieren, akzeptiert Gruppen-Einladungen nur noch von gespeicherten Kontakten und aktiviert die Zwei-Faktor-Authentifizierung standardmäßig. Diese zusätzlichen Härtungsmaßnahmen zeigen, dass Meta das Thema Sicherheit ernst nimmt.
Denke jetzt schon über deine Strategie nach
Hier sind ein paar strategische Überlegungen, die du jetzt schon anstellen solltest:
Einheitliche Identität oder Trennung? Möchtest du auf allen Plattformen denselben Benutzernamen verwenden und so eine konsistente digitale Identität aufbauen? Oder bevorzugst du es, deine öffentliche Social-Media-Präsenz von deiner privaten Messenger-Kommunikation zu trennen?
Klarname oder Pseudonym? Wenn du deinen echten Namen als Benutzernamen verwendest, bist du leichter findbar – aber auch leichter angreifbar. Ein Pseudonym bietet mehr Anonymität, macht es aber schwieriger für echte Kontakte, dich zu finden.
Beruflich oder privat? Wenn du deinen Benutzernamen beruflich nutzen möchtest, sollte er professionell klingen. Für rein private Nutzung kannst du kreativer und persönlicher werden.
Zukunftssicherheit: Wähle einen Namen, mit dem du auch in fünf Jahren noch glücklich sein wirst. Eine Änderung wird vermutlich möglich sein, aber dein erster Benutzername wird deine digitale Identität prägen.
Was du jetzt tun solltest
Die wichtigste Empfehlung lautet: Bleib wachsam und vorbereitet. Hier sind konkrete Schritte, die du jetzt unternehmen kannst:
Erstens: Überlege dir zwei bis drei mögliche Benutzernamen und prüfe, ob diese den WhatsApp-Vorgaben entsprechen. Schreibe sie dir auf und bewahre die Liste gut auf.
Zweitens: Wenn du die Beta-Version von WhatsApp nutzt, schaue regelmäßig in den Einstellungen unter „Profil“ nach, ob die Reservierungsfunktion für dich freigeschaltet wurde.
Drittens: Informiere dich auf vertrauenswürdigen Tech-Blogs wie WABetaInfo regelmäßig über den aktuellen Stand der Entwicklung. Diese Seiten testen jede Beta-Version und berichten über neue Funktionen, oft Wochen bevor sie offiziell angekündigt werden.
Viertens: Wenn du ein Unternehmen betreibst, setze dich jetzt mit deinem IT-Team oder deinem CRM-Anbieter in Verbindung und besprecht die notwendigen Anpassungen für die Juni-Deadline.
Der Blick in die Zukunft
Die Einführung von Benutzernamen ist nur der Anfang. WhatsApp entwickelt sich zunehmend von einem reinen Messenger zu einer umfassenden Kommunikationsplattform. In Indien beispielsweise baut WhatsApp massiv die Integration mit Behörden aus. Bürger können dort bereits Anträge stellen, Dokumente herunterladen und Echtzeit-Updates von Behörden erhalten – alles direkt über WhatsApp.
Solche E-Government-Funktionen könnten weltweit ausgerollt werden und WhatsApp zu einer digitalen Schaltzentrale für Kommunikation, Geschäft und Verwaltung machen. Das Benutzernamen-System legt dafür die Grundlage, denn es ermöglicht sichere Kommunikation ohne Preisgabe persönlicher Kontaktdaten.
Meta investiert massiv in diese Vision einer „Super-App“. Ob sich diese Vision durchsetzt, wird auch davon abhängen, wie gut die Benutzernamen-Funktion angenommen wird und ob Meta das Vertrauen der Nutzer zurückgewinnen kann, das durch jahrelange Datenschutzkontroversen beschädigt wurde.
Fazit: Eine überfällige Revolution
Die Einführung von Benutzernamen bei WhatsApp ist längst überfällig und wird die Art und Weise, wie wir den Messenger nutzen, fundamental verändern. Du gewinnst mehr Kontrolle über deine Privatsphäre, kannst freier mit unbekannten Personen in Kontakt treten und bist besser vor Spam und unerwünschten Kontakten geschützt.
Die Funktion bleibt optional – du kannst weiterhin deine Telefonnummer als primäres Identifikationsmerkmal verwenden, wenn dir das lieber ist. Aber für alle, die mehr Wert auf Datenschutz legen, öffnet sich eine neue Welt der Möglichkeiten.
Jetzt heißt es: Wunschnamen überlegen, die Reservierungsphase im Auge behalten und bereit sein, wenn deine Zeit gekommen ist. Die WhatsApp-Revolution 2026 hat begonnen – und du kannst von Anfang an dabei sein.
