Das Urteil: Falsch – Reis richtet mehr Schaden an, als er verhindert.
Ich habe diesen Tipp selbst jahrelang weitergegeben, bis ich mir angeschaut habe, was tatsächlich mit einem nassen Handy passiert – und warum Reis dabei keine Hilfe ist.
Was nach dem Sturz ins Wasser passiert

Die eigentliche Gefahr ist nicht das Wasser an sich – sondern Korrosion und Kurzschlüsse. Wasser auf der Hauptplatine kann innerhalb von Minuten chemische Reaktionen auslösen, die Bauteile dauerhaft zerstören. Die Zeit, die Reis bräuchte, um diese Feuchtigkeit zu entziehen? Viel, viel länger als das kritische Zeitfenster.
„Reis rettet kein Handy – er gibt uns das beruhigende Gefühl, etwas zu tun, während das Gerät auf der Platine weiterhin Schaden nimmt.“
Dazu kommt: Reisstaub und Stärke dringen in Ladebuchse und Lautsprecher ein und verkleben dort. Apple hat mittlerweile offiziell davon abgeraten, Geräte in Reis zu legen.
In einem Test von Gazelle wurde sogar festgestellt: Eine einfache Trocknung an der Luft schnitt besser ab als das Einlegen in Reis.
Was wirklich hilft – die richtigen ersten Minuten
| Schritt | Warum |
|---|---|
| Sofort ausschalten | Verhindert Kurzschlüsse durch Stromfluss |
| Nicht schütteln | Treibt Wasser tiefer ins Gerät |
| Ladebuchse nach unten halten, leicht antippen | Lässt Wasser durch die Schwerkraft rausfließen |
| An Luft trocknen lassen | Besser als Reis, kein Staub-Risiko |
| Silica-Gel-Beutel nutzen (falls vorhanden) | Diese kleinen Päckchen, die fast jeder 3D Druck Filamentrolle beiliegen, saugen Feuchtigkeit gezielt auf |
Was du auf keinen Fall tun solltest
Mit dem Föhn trocknen ist eine der schlechtesten Ideen: Hitze drückt das Wasser tiefer ins Gerät und kann den Kleber lösen, der das Display hält. Auch auf die Heizung legen ist tabu.
Zusammenfassend: Sofort ausschalten, nicht schütteln, an der Luft trocknen – und wenn vorhanden, Silica-Gel-Beutel nutzen. Reis bleibt in der Küche.
