Ich stehe an einer Kreuzung in einer fremden Stadt, die Karten-App zeigt mich als blauen Punkt, und der Blickrichtungskegel zeigt stur in die Hauswand. Ich laufe fünfzig Meter in die falsche Richtung, bevor der Punkt mir das mitteilt. Schuld war nicht das GPS, sondern der Kompass im Handy – und der lässt sich in einer halben Minute reparieren.

GPS weiß, wo du bist – nicht, wohin du schaust

Die Satellitenortung liefert eine Position. Eine Richtung kann sie nur ableiten, wenn du dich bewegst – aus zwei Positionen hintereinander. Im Stehen kommt die Blickrichtung aus dem Magnetometer, einem winzigen Sensor, der das Erdmagnetfeld misst. Und dieser Sensor lässt sich leicht irritieren.

Die üblichen Störenfriede

  • Magnethalterungen im Auto. Die Metallplatte hinter der Hülle ist für den Kompass ein Dauerproblem.
  • Hüllen mit Magnetverschluss oder aufgesetzte Kartenetuis mit Magnet.
  • Lautsprecher, Laptops, Stahlträger. In Bahnhöfen, Parkhäusern und Gebäuden mit viel Stahl ist die Anzeige schlicht unzuverlässig.
  • Sensordrift. Auch ohne Ursache verschiebt sich die Kalibrierung mit der Zeit.

So kalibrierst du

Android: In Google Maps auf den blauen Punkt tippen und „Kalibrieren“ wählen. Die App zeigt dann an, wie du das Handy bewegen sollst: eine liegende Acht in der Luft, drei- bis viermal, dabei das Gerät in alle Richtungen kippen. Die Breite des blauen Kegels verrät übrigens die Genauigkeit – ein breiter Fächer heißt unsicher, ein schmaler Strahl heißt gut.

iPhone: Die Kalibrierung läuft automatisch, sobald die Kompass-App oder die Karten sie brauchen. Sicherstellen solltest du, dass unter Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit → Ortungsdienste → Systemdienste der Punkt „Kompasskalibrierung“ aktiv ist. Wenn die Anzeige hakt: Kompass-App öffnen und das Gerät ebenfalls in Achterbewegungen drehen.

Wichtig: Mach das nicht neben dem Auto, dem Laptop oder im Parkhaus, sondern ein paar Schritte davon entfernt. Sonst kalibrierst du die Störung mit ein.

Wenn es trotzdem nicht klappt

Hülle abnehmen und erneut versuchen. Ist die Anzeige danach sauber, ist die Hülle der Grund. Bei Navigation im Auto ist der Kompass ohnehin zweitrangig, weil die Richtung dort aus der Bewegung kommt. Wer sich für die Neuerungen bei der Fußgängernavigation interessiert, findet sie im Beitrag zum Google-Maps-Update.

Und falls das Problem erst nach einem Gerätewechsel auftaucht: Beim Umzug aufs neue Handy werden Sensordaten nicht übernommen, der neue Kompass startet bei null. Eine Acht in der Luft, und die Hauswand ist wieder eine Straße.

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Johanna

Johanna ist die treibende Kraft für technologische Innovationen und Software-Lösungen bei Addis Techblog. Sie filtert den Hype aus neuen Releases und testet Software auf ihren tatsächlichen Nutzwert. Ihr Fokus liegt auf der Integration lokaler AI-Modelle, der Optimierung von Content-Creation-Workflows und der Analyse neuer Software-Tools. Johanna sorgt dafür, dass smarte Lösungen und Slicer-Updates nicht nur theoretisch funktionieren, sondern den digitalen Alltag der Leser messbar effizienter machen.