Man braucht zweimal im Jahr einen Ausdruck, und genau dann streikt der Drucker. Erst kommt eine Farbe nicht, dann bleiben Streifen, und nach der dritten Druckkopfreinigung sind die Patronen leer, ohne dass ein brauchbares Blatt entstanden ist. Das ist kein Defekt, sondern Physik – Tinte ist eine Flüssigkeit, die verdunstet.
Was im Gerät passiert

Ein Tintenstrahldrucker schießt Tröpfchen durch Düsen, die dünner als ein Haar sind. Steht das Gerät wochenlang, trocknet die Tinte in diesen Düsen an und bildet einen Pfropfen. Deshalb ist die Bauart entscheidend: Bei vielen Geräten sitzt der Druckkopf in der Patrone – dann löst eine neue Patrone das Problem. Bei Modellen mit fest eingebautem Druckkopf ist ein verstopfter Kopf eine Reparatur, die sich bei einem günstigen Gerät nicht lohnt.
Vorbeugen kostet drei Minuten im Monat
- Alle ein bis zwei Wochen eine Seite drucken, und zwar farbig. Ein Schwarzweiß-Text bewegt nur eine Patrone. Ein kleines Farbfeld genügt.
- Den Drucker am Strom lassen. Moderne Geräte parken den Druckkopf in einer Dichtung und führen selbstständig Pflegezyklen aus. Wer den Stecker zieht, verhindert genau das.
- Patronen im Gerät lassen. Herausgenommen und offen liegend trocknen sie schneller aus als eingesetzt.
- Standort beachten. Nicht in die Sonne, nicht direkt über die Heizung – Wärme und trockene Luft beschleunigen alles.
Der Punkt mit dem Dauerstrom klingt nach Verschwendung, ist aber überschaubar: Ein moderner Drucker liegt im Ruhezustand bei etwa einem Watt. Wie man solche Werte selbst nachmisst, steht im Beitrag zum Messen mit smarten Steckdosen – und ein alter Drucker an einer schaltbaren Leiste ist einer der Fälle, in denen Abschalten teurer wird als Laufenlassen.
Wenn es schon zu spät ist
Höchstens zwei Reinigungszyklen hintereinander, dann ein paar Stunden warten. Jede Reinigung verbraucht erstaunlich viel Tinte, und fünf Durchgänge in Folge leeren die Patrone ohne zusätzlichen Effekt.
Bei Patronen mit integriertem Druckkopf: Patrone herausnehmen und die Düsenplatte ein paar Minuten auf ein mit lauwarmem Wasser angefeuchtetes Küchenpapier legen. Danach vorsichtig trocken tupfen, einsetzen, Testdruck. Kein Alkohol, keine Nadel – die Düsen sind mechanisch sofort ruiniert.
Die ehrliche Konsequenz: Wer nur gelegentlich druckt, ist mit einem Laserdrucker besser bedient. Toner ist ein Pulver und trocknet nicht ein, ein Gerät kann ein halbes Jahr stehen und druckt danach sofort. Wie die Technik dahinter arbeitet, erklärt der Beitrag Wie funktioniert ein Laserdrucker.
Für Fotos bleibt der Tintenstrahler die bessere Wahl – dann aber als Gerät, das regelmäßig läuft. Ein Drucker, der auf Bereitschaft wartet, ist bei dieser Technik kein sparsamer, sondern ein teurer Drucker.
