Seien wir ehrlich: Der Lebkuchen hat uns längst überholt. Während ich Ende August noch im T-Shirt auf dem Balkon saß und über die Stromausbeute meines Balkonkraftwerks gegrübelt habe, standen im Supermarkt um die Ecke schon die ersten Paletten mit Dominosteinen, Spekulatius und Printen. Inzwischen ist Mitte Oktober, und die Weihnachtssüßigkeiten-Regale sind nicht mehr nur ein Gang, sondern eine eigene Klimazone. Man könnte sich darüber aufregen. Oder man nimmt den Wink mit dem Zimtstern und fängt einfach selbst früher an.
Genau das machen wir dieses Jahr auf Addis Techblog. Mit diesem Beitrag startet ganz offiziell unser Weihnachtsspecial 2026: In den kommenden Wochen bekommst du von uns regelmäßig Geschenkideen für Technikfans, DIY-Projekte, 3D-Druck-Vorlagen, Smart-Home-Kniffe für die Weihnachtsbeleuchtung und ein paar ehrliche Worte zu Rabattschlachten. Damit dich Heiligabend dieses Mal nicht wieder am 23. Dezember um 17:45 Uhr im Elektromarkt erwischt.

Warum fangen wir schon im Oktober mit Weihnachten an?
Weil Weihnachten jedes Jahr zum exakt gleichen Datum stattfindet und uns trotzdem jedes Jahr überrascht. Das ist ungefähr so, als würde man sich über den Montag wundern. Ich nehme mich da gar nicht aus: Letztes Jahr habe ich ein 3D-gedrucktes Geschenk am 22. Dezember gestartet, der Druck hat nach elf Stunden an der vorletzten Schicht abgelöst, und am Ende lag unterm Baum ein Gutschein. Mit Schleife, immerhin.
Ein Blick auf den Kalender zeigt, wie knapp es eigentlich ist. Heute sind es noch gut neun Wochen bis Heiligabend, und die sind schneller weg, als dein Slicer „Geschätzte Druckzeit: 14 h 32 min“ anzeigen kann:
- Freitag, 27. November 2026: Black Friday, am Montag darauf (30. November) folgt der Cyber Monday
- Sonntag, 29. November 2026: 1. Advent, die erste Kerze brennt
- Sonntag, 6. Dezember 2026: Nikolaus, fällt dieses Jahr auf den 2. Advent
- Sonntag, 20. Dezember 2026: 4. Advent
- Donnerstag, 24. Dezember 2026: Heiligabend
Gerade bei Technik-Geschenken und Selbstgebautem ist Zeit der wichtigste Rohstoff. Ein Mikrocontroller aus Fernost braucht gern mal drei Wochen bis zu dir, ein mehrteiliger 3D-Druck braucht Testläufe, und ein Smart-Home-Projekt funktioniert erfahrungsgemäß beim ersten Versuch nur in Tutorials. Wer jetzt plant, hat Puffer für Lieferzeiten, Fehldrucke und das obligatorische „Warum verbindet sich das Ding nicht mit dem WLAN?“.
Was erwartet dich im Weihnachtsspecial 2026?
Wir wollen keine endlosen Listen mit „Top 50 Gadgets unter 20 Euro“ raushauen, die du in identischer Form auf hundert anderen Seiten findest. Stattdessen gibt es Themen, die zu dem passen, was wir hier seit 2012 machen: Technik verstehen, selbst Hand anlegen und ehrlich sagen, was taugt und was nicht. Grob sieht der Fahrplan so aus:
Geschenkideen für Technikfans, nach Budget sortiert
Vom Wichtelgeschenk bis zum großen Wunschzettel-Kracher: Wir stellen Produkte vor, die wir selbst nutzen oder getestet haben, und sagen dir auch, für wen sie sich nicht lohnen. Dazu gehören Gadgets für Homeoffice und Gaming-Setup, Werkzeug für Maker, Einsteiger-Hardware fürs Homelab und Dinge, die auch technikferne Verwandte glücklich machen, ohne dass du am zweiten Feiertag Support leisten musst.
3D-Druck: Weihnachtsdeko und Geschenke aus dem eigenen Drucker

Mein persönliches Lieblingskapitel. Christbaumschmuck, Geschenkboxen mit Schiebedeckel, Teelicht-Lithophanien mit Familienfotos, Namensschilder für den Festtagstisch: Ein 3D-Drucker ist im Dezember quasi eine kleine Weihnachtswerkstatt. Wir zeigen dir passende Modelle, die richtigen Filamente (Spoiler: Silk-PLA und Glow-Filament machen sich am Baum hervorragend) und Slicer-Einstellungen, damit die Teile auch nach dem dritten Umzug in die Deko-Kiste noch heil sind.
Und weil es jedes Jahr gefragt wird: Ja, wir sprechen auch über 3D-gedruckte Plätzchen-Ausstecher. Die sind beliebt, aber nicht ganz unproblematisch, weil sich in den Schichtrillen gern Teigreste und Keime festsetzen und längst nicht jedes Filament für Lebensmittelkontakt geeignet ist. Was du dabei beachten solltest, bekommst du von uns ohne Schönfärberei.
DIY und Maker-Projekte für lange Winterabende
Ein adressierbarer LED-Streifen, ein ESP32 und eine Software wie WLED reichen schon für einen Weihnachtsstern, der sich per App steuern lässt und ganz nebenbei deutlich mehr kann als die 9,99-Euro-Lichterkette mit acht festen Blinkmodi. Dazu kommen Projekte mit dem Lasercutter, etwa Holz-Anhänger, gravierte Geschenkanhänger oder ein Adventskalender zum Selberbauen. Die Anleitungen sind so aufgebaut, dass du auch ohne Elektrotechnik-Studium durchkommst. Lötkolben-Erfahrung schadet aber nicht.
Smart Home: Weihnachtsbeleuchtung, die mitdenkt
Lichterketten sind der heimliche Endgegner jedes Smart Homes: zu viele, zu verteilt, und irgendeine leuchtet garantiert noch um drei Uhr nachts. Wir zeigen dir, wie du deine Weihnachtsbeleuchtung mit smarten Zwischensteckern und Home Assistant automatisierst, etwa per Sonnenuntergang, Anwesenheit oder einem zentralen „Alles aus“-Button. Und wir schauen uns an, was die ganze Festbeleuchtung eigentlich an Strom kostet. Die Zahl wird dich vermutlich eher beruhigen als erschrecken, zumindest bei LED.
Black Friday, Cyber Week und Co.: Schnäppchen mit Hirn
Ende November wird es wieder laut: „Nur heute!“, „Bis zu 70 % Rabatt!“, Countdown-Uhren überall. Manche Angebote sind tatsächlich gut, viele sind es nicht, weil der angebliche Originalpreis nie jemand bezahlt hat. Wir zeigen dir, wie du Preisverläufe checkst, worauf du bei Technik-Deals achten solltest und warum ein Gerät, das du eigentlich nicht brauchst, auch mit 40 % Rabatt kein Schnäppchen ist.
Selbstgemacht oder gekauft: Was ist das bessere Technik-Geschenk?
Die ehrliche Antwort: kommt drauf an. Ein selbst gedruckter Organizer für die Werkbank deines Vaters kann mehr Freude machen als jedes Gadget, weil er genau auf seine Schraubendreher zugeschnitten ist. Gleichzeitig ist nicht alles Selbstgebaute automatisch ein gutes Geschenk. Ein wackeliger Prototyp mit offenen Kabeln ist eher eine Aufgabe als ein Präsent. Meine Faustregel: Selbst machen lohnt sich, wenn du etwas Persönliches erschaffen kannst, das es so nicht zu kaufen gibt, und genug Zeit für einen zweiten Anlauf hast. Kaufen ist besser, wenn es um Sicherheit, Garantie oder Geräte geht, die einfach funktionieren müssen.
Genau deshalb fangen wir jetzt an. Mit neun Wochen Vorlauf kannst du beides ausprobieren und dich am Ende entspannt entscheiden, statt aus Panik den erstbesten Bluetooth-Lautsprecher in den Warenkorb zu legen.
Wie kannst du jetzt schon mit der Weihnachtsplanung starten?
Du musst nicht direkt die Lichterkette aufhängen, das darf ruhig noch bis nach Totensonntag warten. Aber ein paar Dinge kannst du heute schon erledigen, und dein Dezember-Ich wird dir dafür dankbar sein:
- Geschenkeliste anlegen: Wer bekommt etwas, was ungefähr, mit welchem Budget? Eine simple Notiz-App oder eine Tabelle reicht völlig.
- Wunschzettel abklopfen: Unauffällig nachfragen, was gerade nervt oder fehlt. Die besten Technik-Geschenke lösen ein echtes Alltagsproblem.
- Bauteile früh bestellen: Mikrocontroller, LED-Streifen, Spezialfilament und Kleinteile mit langen Lieferzeiten jetzt ordern, nicht Mitte Dezember.
- Werkstatt vorbereiten: 3D-Drucker warten, Düse checken, Druckbett reinigen, Filament trocknen. Ein sauber laufender Drucker spart dir im Dezember Nerven.
- Wunschprodukte beobachten: Preise vor dem Black Friday notieren oder einen Preisalarm setzen, damit du echte Angebote von Fake-Rabatten unterscheiden kannst.
- Einen Testlauf einplanen: Jedes DIY-Geschenk einmal komplett durchbauen, bevor es ernst wird. Ja, auch das, was „eigentlich ganz einfach“ ist.
Und was ist jetzt mit dem Lebkuchen?
Den darfst du natürlich essen. Jetzt schon. Ohne schlechtes Gewissen. Ich habe es aufgegeben, mich über Spekulatius im September zu ärgern, und betrachte ihn inzwischen als eine Art saisonalen Countdown-Timer. Wenn der Lebkuchen kommt, ist es Zeit, die Geschenkeliste aufzumachen. Wenn die Schoko-Nikoläuse auftauchen, sollte die erste Bestellung raus sein. Und wenn die Osterhasen danebenstehen, war man eindeutig zu spät dran.
Wie geht es mit dem Weihnachtsspecial weiter?
Ab jetzt erscheinen die Beiträge der Serie Schlag auf Schlag bis kurz vor Heiligabend. Den Anfang machen die Geschenkideen und die 3D-Druck-Projekte, denn genau dort entscheidet die Vorlaufzeit am meisten darüber, ob am Ende alles rechtzeitig fertig ist. Rund um den Black Friday folgen die Schnäppchen-Tipps, im Advent dann die Smart-Home- und DIY-Projekte für die Festbeleuchtung. Wir denken dabei nicht nur an die Bastelprofis, sondern auch an alle, die einfach ein gutes Geschenk für die Schwiegermutter suchen, die „eigentlich nichts braucht“, oder für den Kollegen, der vom Raspberry Pi bis zum Rasenmähroboter schon alles besitzt.
Der Lebkuchen liegt also nicht umsonst schon im Regal. Er ist der Startschuss, und diesmal sind wir rechtzeitig dran. Dieses Jahr, versprochen, überrascht uns Weihnachten nicht.
