FritzBox – Fritz!OS 6 unterstützt VDSL2 Vectoring

Bereits im November hat AVM auf dem Broadband World Forum in Amsterdam an einem Live Test für Interoperabilität bei VDSL Vectoring teilgenommen. Ziel dieses erstmals durchgeführten Tests war es ein paralleles Vectoring mit DSLAMs und Endgeräten verschiedener Hersteller zu demonstrieren. AVM nahm an diesem Test mit zwei Endgeräten, der FritzBox 7490 und der FritzBox 7390 teil und war somit der einzige Teilnehmer der Geräte mit zwei unterschiedlichen Chipsätzen ins Spiel brachte.

Geschwindigkeiten bis 100MB/S im Downstream möglich

Die AVM FritzBox 7490 (Quelle: AVM)

Die AVM FritzBox 7490 (Quelle: AVM)

An drei DSLAMs von Alcatel-Lucent, Adtran und IKANOS kamen jeweils vier Endgeräte von unterschiedlichen Herstellern zum Einsatz. Diese konnten Geschwindigkeiten von 100MB/S im Downstream und 20MB/S im Upstream erreichen. Mittels “Cross Talks Simulator” konnten realistische DSL Bedingungen dargestellt werden.

Bislang ging man davon aus, dass DSL Vectoring nur in homogenen Umgebungen möglich ist. Also, dass sowohl Endgeräte, als auch DSLAMs über gleiche Chipsätze verfügen. Der Interoperabilitäts-Test belegt allerdings, dass DSL Vectoring auch dann möglich ist, wenn unterschiedliche Chipsätze eingesetzt werden.

Fritz!OS 6 nutzt Erkenntnisse des Tests

Die Erkenntnisse dieses Tests sind, laut AVM, allerdings schon jetzt in das neue Fritz!OS 6 eingeflossen. Demzufolge werden alle für VDSL geeigneten FritzBox Modelle (7490, 7390, 7360, 7362, 3390, 3370) sowohl  den Vectoring-Friendly- als auch den Full-Vectoring-Modus unterstützen. Somit sind alle aktuellen VDSL FritzBox Modelle für den Vectoring Anschluss vorbereitet. Diese sind im Fachhandel oder auf www.ebay.de erhältlich.

Was ist DSL Vectoring?

Mittels VDSL2 Vectoring werden elektromagnetische Störeinflüsse benachbarter Leitungen reduziert. Gegenseitiges Übersprechen wird durch VDSL2 Vectoring kompensiert. Hierzu muss dem DSLAM zu jederzeit bekannt sein, welches Signal genau auf welcher Leitung anliegt. So kann er Störungen, ähnlich einer Echokompensation, reduzieren. Bedenkt man, dass in Hauptkabeln bis zu einigen tausend Kabel auf engstem Raum zusammengefasst sind, ist dies sicher keine leichte Aufgabe.

Ist es ohne Vectoring bislang nur möglich mit VDSL2 auf Geschwindigkeiten bis 50MB/S zu kommen, steigt die Geschwindigkeit mit Vectoring deutlich auf bis zu 100MB/S. Allerdings befindet sich diese Technologie noch in der Erprobungsphase. Dennoch gilt sie schon jetzt als wichtiger Baustein im hinterherhinkenden Ausbau der Breitbandversorgung in Deutschland. Der durchgeführte Interoperabilitätstest wird allerdings als Meilenstein in Bezug auf einen kommenden Vectoring Rollout in Deutschland gewertet.

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About Andreas Rabe

IT Spezialist, Blogger und Hesse. > Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Wenn bereits der Ansatz falsch ist, so führt strenge Logik unweigerlich zum falschen Ergebnis. Nur Unlogik gibt Dir jetzt noch die Chance, wenigstens zufällig richtig zu liegen.

One Response to FritzBox – Fritz!OS 6 unterstützt VDSL2 Vectoring

  1. Frido says:

    Wow, ein echter Fortschritt, bleibt nurnoch die Frage ob man den bald auch bei Alice aka O2 kostenlos bekommt. Unser Router ist leider nich der beste :/

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