Smartphones und die Gewährleistung

Das klingt wahnsinnig toll. Es ist ein beliebtes Werbeversprechen, dass ein Händler “großzügig” 24 Monate Garantie auf das neue Smartphone gibt. Dabei räumt er hierbei lediglich ein, wozu er ohnhin gesetzlich verpflichtet ist. Denn der Händler muss Dir ein Smartphone verkaufen, welches zum Zeitpunkt des Kaufes frei von Mängeln ist. Schrotthandys verticken ist also nicht.

Ein weiteres Problem ist, dass einige Händler versuchen im Gewährleistungsfall den Kunden abzuwimmeln und diesen an den Hersteller zu verweisen. Lässt man sich darauf ein, kann es kompliziert werden, überhaupt etwas zu erreichen. Also auf keinen Fall abwimmeln lassen.

Die ersten sechse Monate nach dem Kauf

In den ersten sechs Monaten nach dem Kauf, hat man als Kunde zudem die deutlich besseren Karten. Denn tritt in dieser Zeit ein Defekt auf, muss der Händler nachweisen, dass das Smartphone beim Verkauf mangelfrei war. Dies dürfte dem Händler in den meisten Fällen nicht gelingen. Es sei denn, der Defekt ist offensichtlich auf ein Missgeschick oder unsachgemäße Handhabung zurück zu führen. Ein Smartphone mit Wasserschaden ist kein Gewährleistungsfall. Auch dürfte ein Sprung im Display eher auf ein Missgeschick des Kunden hinweisen, als auf einen Mangel beim Verkauf. Hier hilft dann leider nur eine Display Reparatur auf eigene Rechnung. Der Händler ist hier aus dem Schneider.

Und dann?

Nach den ersten sechs Monaten wird es für den Kunden allerdings schwierig. Ab jetzt dreht sich die Beweislast um. Das bedeutet, dass der Kunde beweisen muss, dass der Mangel schon zum Zeitpunkt des Kaufes bestand. Und das ist natürlich alles andere als einfach und oft sogar unmöglich. Hier kann man meist nur auf die Kulanz des Händlers hoffen. Manchmal hilft hier auch eine eventuelle, freiwillige Garantie des Herstellers.

Ist das Smartphone kaputt und der Schaden fällt unter die gesetzliche Gewährleistung, hat man als Kunde einen Anspruch auf ein mangelfreies Smartphone. Dazu kann der Händler entweder einfach den Kaufpreis auszahlen oder er unternimmt einen Reparaturversuch (man sollte nicht mehr als zwei solcher Versuche hinnehmen). Bei Laufzeit-Handyverträgen, bei welchen meist ein Smartphone inbegriffen ist, wird der Händler wahrscheinlich meistens das defekte Gerät einfach austauschen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass viele Händler sich mit Händen und Füßen gegen ihre gesetzlichen Verpflichtungen wehren. Die hoffen scheinbar einfach manchmal darauf, dass der Kunde doof ist. Selbst bei einem großen Hardware Versender stand ich schon an der Service Theke und musste deartige Dinge ausdiskutieren. Schade!

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About Andreas Rabe

IT Spezialist, Blogger und Hesse. > Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Wenn bereits der Ansatz falsch ist, so führt strenge Logik unweigerlich zum falschen Ergebnis. Nur Unlogik gibt Dir jetzt noch die Chance, wenigstens zufällig richtig zu liegen.

4 Responses to Smartphones und die Gewährleistung

  1. Maria says:

    Der Beitrag zum Smartphone gefällt mir. Aber ich frage mich, warum sollte jemand länger als 6 Monaten warten um einen Fehler anzuzeigen? Wenn ich mir ein gerät kaufe, dann muss es ohne Mängel funktionieren, wenn nicht geht es zurück

  2. Hagel says:

    Zum Glück gibt es auch Handyversicherungen, da kann man sich ja noch länger absichern. Beim iPhone z.B., das ja in der Anschaffung recht teuer ist, macht so etwas Sinn. Die Wahrscheinlichkeit dass es – falls er runterfällt – durch Glasbruch zu einem Totalschaden kommt ist recht hoch.

    Gegen Softwarefehler kann man aber eher weniger machen, Maria. Wenn es in der Software Mangel hat lieber schnell zurückgeben (innerhalb 14 Tagen) – danach wird es recht schwierig bis aussichtslos…

  3. Patrick Kriebel says:

    Sehr interessanter Artikel, vielen Dank.

    Ich finde es durchaus kritisch, dass den großen Herstellern & Händlern solche Möglichkeiten offen stehen. Dazu kommt, dass der Grat zwischen Gewährleistung und Garantie für den Endkunden kaum noch transparent ist.

    Manchmal denke ich, dass geplante Obsoleszens nicht nur bei Druckern ein großes Thema ist 😉

  4. Es ist genauso wie generell in der IT, die verschiedenen Hersteller programmieren ihre eigene Software oder passen diese an. Dabei kann es aber auch zu Störungen kommen, die dann wieder mit Updates behoben werden sollen. Im Grunde sollte man bei Störungen immer den Hersteller informieren und ausbessern lassen. Die Gewährleistung ist in Deutschland nicht schlecht, nur finde ich es auch beängstigend, dass die Firma mit dem Apfel immer noch eine gesonderte und meist kürzere Garantie anbietet.

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