Umspritzen von Elektronikkomponenten – erschwinglich auch in kleinen Mengen, dank Mikro-Formguss-Technologie

Beginnen wir mit den Basics: „Umspritzen? Was ist das?“

Umspritzen ist ein Spritzgussverfahren, bei dem ein Verbund zweier Werkstoffe erzeugt wird, um vornehmlich Metallkomponenten wie Stromdrähte und Metallstifte zu ummanteln, elektrisch zu isolieren bzw. sicherer und bequemer in der Handhabung sowie ggf. auch ästhetisch ansprechender zu machen. Das Umspritzen wiederum lässt sich in zwei Untertypen unterteilen: der Doppelschuss-Spritzguss und der Einlege- bzw. Insert-Spritzguss. Während das Umspritzen und der Insert-Spritzguss oft als synonym gelten, setzt sich der Doppelschuss-Spritzguss durch seine zwei separaten Stufen ab: Grundierung und Außenhaut.

„Mikro-Formguss? Was ist das?“

Beim Mikro-Formguss handelt es sich um ein hoch spezialisiertes Präzisionsspritzgussverfahren, bei dem mikro-getoolte Gussformen mit Mikrostrukturen zum Einsatz kommen. Weist das Tooling der Gussform maximale Toleranzen im Mikro- bzw. Submikrometerbereich auf, und hat das fertige Gussteil ein Gewicht von deutlich unter 1 Gramm und/oder Feinstrukturen von 50 µm bis hinab zu 5 µm oder weniger, so handelt es sich um ein Produkt des Mikro-Formgusses.

Der Mikro-Formguss kann auch ‚klein‘!

Der Mikro-Formguss lässt sich aber auch für Kunststoffkleinteile ohne Mikrostrukturen einsetzen. Vor allem dann, wenn es darum geht, Fertigungslücken in kleineren Mengen zu schließen – dank der kleinmaßstäbigen Anlagen und Aluminium-Gussformen, die dabei zum Einsatz kommen.

„Was zählt als Kunststoffkleinteil?“

Die Daumenregel ist, dass ein Kunststoffteil, das bequem auf Ihrer Handfläche Platz findet – oder genauer: das in eine Kugel von 100 mm Durchmesser passt, bei maximal 15 cm³ Volumen – ein ‚Kunststoffkleinteil‘ darstellt. Teile dieser Größe lassen sich mittels besagter Aluminiumgussformen in Mikro-Formgussanlagen fertigen, was Produzenten und Designern neue Möglichkeiten eröffnet.

Insert-Spritzguss mittels Mikro-Formguss

Gleiches gilt fürs Umspritzen: Auch hier ist der Einsatz von Mikro-Formgussanlagen möglich, soweit sich das Ganze in den oben genannten Dimensionen bewegt. Lange hielt sich die landläufige Meinung, dass der Spritzguss für kleine Fertigungsmengen oder gar fürs Prototyping gänzlich ungeeignet sei – doch das gilt nicht für den Micromolds! Inzwischen gibt es etliche Beispiele namhafter Unternehmen, die in kleiner Auflage Sonderversionen ihrer Elektronikkomponenten mittels Mikro-Umspritzen haben fertigen lassen. Drähte, Kabel, Schalter und mehr lassen sich nun auch in kleinen Fertigungsmengen umspritzen – ohne sündhaft teure Tooling-Kosten!

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