Das Urteil: Falsch – und dieser Irrtum schadet deinem Akku aktiv.

Ich kenne das Bild: Handy liegt bei 30% rum, und jemand sagt „Lass mal, ich lade es erst wenn’s komplett leer ist – sonst leidet der Akku.“ Klingt fürsorglich. Ist aber das Gegenteil davon.

Woher kommt dieser Irrglaube?

Die Regel stammt aus der Zeit der Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) – das waren die dicken, schweren Zellen in alten Camcordern und Funktelefonen der 90er. Diese Akkus hatten einen echten Memory-Effekt: Wer sie immer nur halb entleert aufgeladen hat, „merkte“ sich der Akku diese halbe Kapazität und lieferte dauerhaft weniger.

„Wer seinen Lithium-Ionen-Akku regelmäßig auf 0% entlädt, tut seinem Handy ungefähr das Gleiche an, wie jemanden täglich bis zur totalen Erschöpfung arbeiten zu lassen – und sich dann zu wundern, warum die Leistung nachlässt.“

Was moderne Akkus wirklich wollen

Aktuelle Smartphones nutzen Lithium-Ionen-Akkus. Dieser Typ hat keinen Memory-Effekt – er kann jederzeit geladen werden. Was ihm jedoch schadet: die Extremwerte. Eine Studie mit über 10.000 Elektroautos zeigte: Akkus, die regelmäßig nur zwischen 20 % und 80 % geladen wurden, behielten nach 1.000 Ladezyklen noch 95 % ihrer Kapazität. Akkus, die regelmäßig von 0 % auf 100 % liefen, hatten nur noch 70 %.

LadegewohnheitAkku-Gesundheit nach 1.000 Zyklen
Immer 0 % → 100 %~70 % Kapazität übrig
Täglich 20 % → 80 %~95 % Kapazität übrig

Die 20–80-%-Regel in der Praxis

Das Ziel: Lade dein Handy am besten wenn der Akku auf 20–30 % gesunken ist, und zieh das Kabel bei etwa 80 % raus. Viele neuere iPhones und Android-Geräte bieten dafür sogar eigene Einstellungen (z. B. „Optimiertes Laden“ bei iOS oder „Adaptive Charging“ bei Android).

Zusammenfassend: Kein Lithium-Ionen-Akku braucht eine vollständige Entladung. Die 20-80-%-Regel verlängert die Lebensdauer nachweislich – und das Gute ist: Sie lässt sich mit einer einzigen Einstellung im Handy automatisieren.

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Johanna

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