„Hast du den Router mal neu gestartet?“ ist der Klassiker der Fernberatung. Der Haken: Es gibt drei verschiedene Dinge, die man mit einem Router machen kann, und zwei davon werden regelmäßig verwechselt. Das Ergebnis ist dann ein Netzwerk, in dem plötzlich nichts mehr konfiguriert ist – inklusive der Telefonie.

WLAN-Router mit vier Antennen in farbigem Licht
Drei Stufen, ein Gerät – und nur eine davon löscht alles.

Stufe 1: Neustart

Stecker ziehen, dreißig Sekunden warten, wieder einstecken – oder den Punkt „Neu starten“ in der Weboberfläche nutzen. Dabei bleiben alle Einstellungen erhalten. Das hilft bei festgefahrenen Zuständen: hängende Adressvergabe, ein Gerät, das keine Verbindung mehr bekommt, verstopfter Arbeitsspeicher nach Wochen Laufzeit.

Ein Punkt, der wichtig ist: Zieh den Stecker nie während eines Firmware-Updates. Das ist die einzige Situation, in der ein Router durch einen Neustart dauerhaft kaputtgehen kann.

Stufe 2: Der Knopf mit der Büroklammer

Auf der Rückseite sitzt ein versenkter Taster. Und hier wird es modellabhängig: Bei manchen Geräten löst ein kurzer Druck einen Neustart aus, bei anderen ist es ausschließlich der Reset. Bei vielen Modellen gilt: kurz drücken heißt nichts, lange drücken – fünf bis zwanzig Sekunden – heißt Werkszustand.

Schau also ins Handbuch, bevor du mit der Büroklammer arbeitest. Ein versehentlicher Werksreset am Sonntagabend ist unangenehm.

Stufe 3: Werksreset – und was dabei verloren geht

Ein Werksreset löscht alles: WLAN-Name und -Passwort, Gastnetz, Portweiterleitungen, feste IP-Adressen, Kindersicherung, DynDNS, Telefonie-Zugangsdaten und Rufnummern, Anrufbeantworter-Ansagen und das Telefonbuch. Alle Geräte im Haushalt müssen sich neu verbinden, und Smart-Home-Geräte, die auf eine feste Adresse gesetzt waren, fallen aus.

Deshalb die Reihenfolge, die ich immer einhalte:

  • Konfiguration exportieren. Die meisten Router bieten eine Sicherungsdatei. Sie ist nach einem Reset Gold wert.
  • Zugangsdaten bereitlegen: Internet-Zugang und Telefonie. Bei Providergeräten richtet sich das oft automatisch neu ein – oft, nicht immer.
  • WLAN-Namen notieren, damit du ihn identisch wiederherstellen kannst. Dann müssen die Geräte im Haushalt nicht neu eingerichtet werden.
  • Nach dem Reset zehn Minuten Ruhe geben. Die Neuanmeldung beim Anbieter dauert manchmal.
  • Sofort das Konfigurationspasswort ändern. Nach dem Reset gilt wieder der Wert vom Aufkleber.

Der letzte Punkt ist der, der am häufigsten vergessen wird – und er gehört zusammen mit Firmware, UPnP und Fernzugriff in die Checkliste zum Absichern des Routers. Ein frisch zurückgesetzter Router ist erst einmal so sicher wie am ersten Tag im Laden, also nicht besonders.

Pro-Tipp: Wenn nach dem Reset das Internet fehlt, liegt es oft nicht am Router, sondern am Modem oder ONT davor. Dieses Gerät ebenfalls kurz stromlos machen – in dieser Reihenfolge: erst Modem, dann eine Minute warten, dann Router. Ob sich ein eigenes Gerät statt des Providermodells lohnt, klärt der Vergleich Speedport Smart 4 vs. Fritzbox 5690 Pro. Und wenn du den Standort ohnehin überdenkst: Die Aufstellung entscheidet mehr über das WLAN als jeder Reset, wie der Beitrag WLAN-Router richtig aufstellen zeigt.

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Johanna

Johanna ist die treibende Kraft für technologische Innovationen und Software-Lösungen bei Addis Techblog. Sie filtert den Hype aus neuen Releases und testet Software auf ihren tatsächlichen Nutzwert. Ihr Fokus liegt auf der Integration lokaler AI-Modelle, der Optimierung von Content-Creation-Workflows und der Analyse neuer Software-Tools. Johanna sorgt dafür, dass smarte Lösungen und Slicer-Updates nicht nur theoretisch funktionieren, sondern den digitalen Alltag der Leser messbar effizienter machen.