Facebook macht was es will

Nur mal so am Rande bemerkt. Facebook hat vor kurzem die Standard-Emailadressen seiner Nutzer einfach mal eigenmächtig geändert. Jeder Nutzer hat nun eine Adresse nach dem Muster nutzername@facebook.com.

Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass es Facebook Nutzer gibt, die meistens aus beruflichen Gründen ihre Email-Adresse im Profil anzeigen. Nun wird aber die Facebook-Email angezeigt. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern in meinen Augen durchaus geschäftsschädigend.

Allerdings ist es natürlich möglich, das Ganze auch wieder zu ändern. Wer also diesen Facebook-Email Mist nicht haben möchte, kann dies in den Einstellungen zu den Kontakt Informationen wieder ändern.

Dem Willen Facebooks ausgeliefert

 Aber auch das ist wieder ein gutes Beispiel, wie sehr man auf Gedeih und Verderben auf Facebook angewiesen ist, sofern man sich auf den Social Media Riesen einlässt.

Besonders zu spüren bekamen dies zuletzt noch einige deutsche Städte, die eine Fanpage mit dem eigenen Stadtnamen betrieben. Facebook hat sich nämlich entschlossen, Städte auf Facebook selbst zu vermarkten und so waren die Städte plötzlich ihre Fanpage-Adresse los. Im Ergebnis musst sie auf weniger aussagekräftige URLs ausweichen.

Macht die Konzentration auf Facebook Sinn?

White İstanbul

White İstanbul (Creative Commons License José Manuel Ríos Valiente)

Eine eigene Firmen-Fanpage scheint für viele Firmen ein geeignetes Marketing-Instrument zu sein. Allerdings gibt es eine gewisse Tendenz, sich als Firma voll und ganz auf die eigene Facebook Fanpage zu konzentrieren. Vielleicht sogar ganze auf eine eigene Webseite zu verzichten.

Ich halte diese Tendenz für einen gravierenden Fehler. Denn wie sich bei dem Beispiel mit den Städtenamen zeigt, kann sich bei Facebook schnell vieles ändern. Denn liebe Fanpage Betreiber und Firmen: ” Eure Fanpage ist nur geliehen”

Facebook kann jederzeit die Spielregeln ändern. Und FB macht es auch, wie sich immer wieder zeigt. Zudem bestimmt im Endeffekt FB welche Inhalte erlaubt sind und welche eben nicht. Und so haben eigenartige amerikanische Moralvorstellungen einen hohen Stellenwert bei Facebook in Bezug auf das, was gezeigt werden darf.

Lieber auf die eigene Webseite bauen

Ich persönlich kann nur jedem empfehlen, die eigene Kontrolle zu behalten und auf eine eigne Webseite oder einen Blog zu bauen. Hier kann man als Betreibe selbst die Spielregelen bestimmen (im gesetzlichen Rahmen natürlich) und ist nicht auf den guten Willen eines Social Media Riesen angewiesen.

Eine Fanpage kann nützlich sein. Das ist keine Frage. Allein schon aus dem Grund, dass sich viele potentielle Kunden auf Facebook tummeln. Aber ich würde eine Fanpage im Endeffekt nur dazu nutzen um auf meine eigene Webseite zu verweisen.

Ausserdem graut mir vor der Vorstellung, dass Facebook immer mehr versucht Besucher auf den eigenen Seiten zu halten und Nutzern beizubringen Infos nur noch über Facebook zu beziehen. Das Internet ist noch immer größer als Facebook und so sollte es auch bleiben. Die guten Infos gibt es meiner Meinung nach nicht im Web selbst.

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About Andreas Rabe

IT Spezialist, Blogger und Hesse. > Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Wenn bereits der Ansatz falsch ist, so führt strenge Logik unweigerlich zum falschen Ergebnis. Nur Unlogik gibt Dir jetzt noch die Chance, wenigstens zufällig richtig zu liegen.

6 Responses to Facebook macht was es will

  1. Knopf says:

    Ich weiß schon, warum ich mich nicht bei Facebook angemeldet habe. Allein die Sache mit dem Datenschutz stört mich schon.

  2. Peter says:

    Ich denke auch, dass eine eigene Internetseite besser ist. Bei den Drittanbietern, gut Facebook ist der Marktführer, aber nichts desto trotz ist man wirklich immer auf den Anbieter angewiesen und die können ja, wann sie wollen und wie sie wollen ihre eigenen AGBs ändern.

    • Twitter ist ja auch drauf und dran einiges zu ändern! Vor allem was die Offenheit der API angeht. Kann passieren, dass es bald Geschichte ist, die eigene Timeline im Blog zu veröffentlichen.

  3. Thomas says:

    Ich glaube ganz ohne Twitter, Facebook und natürlich auch Google (auch dort werden “Spielregeln” einfach mal so geändert) ist es schwer im Web erfolgreich zu sein wenn man auf eine gewisse Menge (Volumen) an User angewiesen ist. Dennoch würde auch ich ganz klar die eigene Webseite (inkl. einem eigenen Blog) favorisieren.

  4. Kann mich das der Meinung von Thomas nur anschließen, auch ich setze nur am Rande auf Facebook und Co, da es ganz ohne nun mal (heutzutage) nicht mehr geht.

  5. Marcus says:

    Ich habe die FB Mail Geschichte vor einem Jahr schonmal probiert nur leider kamen damals keine mails bei mir an. Von daher fand ich das schon nicht s sehr optimal. Was ich aber wirklich erschreckend finde sind die Softwaredienste mit denen ich Gruppen und deren Mitglieder auslesen kann und deren Daten dann für meine Zwecke nutzen könnte. Zum einen könnte man die Daten zum Targetmarketing Nutzen was soweit noch halbwegs OK ist aber ich will nicht wissen was Menschen mit Krimineller Energie mit solchen Tools auf die Beine stellen können.

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