Parrot Minikit+ im Test

Smartphone am Ohr und das beim Autofahren. Das kann nicht nur teuer werden, wenn die Polizei einen erwischt, das ist auch gefährlich und darum auch verboten. Dennoch sieht man immer wieder Autofahrer, die genau das vollkommen ignorieren. Natürlich ergibt sich auch während mancher Autofahrt das Problem, dass man aus irgendeinem Grund einmal telefonieren muss. Aber diese Problem lässt lösen, ohne die Hand vom Steuer nehmen zu müssen. Und die Lösung nennt sich nun mal Freisprecheinrichtung. Das Problem: Viele Freisprecheinrichtungen sind günstig und eigentlich für ihren Einsatzzweck kaum bis gar nicht zu gebrauchen. Eine erfreuliche Ausnahme bildet hier das Parrot Minikit+. Preislich hält es sich im Rahmen! Es bringt vieles mit, was in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist! Und es erfüllt seine Aufgabe wirklich gut!

Das Parrot Minikit+ ist eine Bluetooth Freisprecheinrichtung, welches mittels eines Clips an der Sonnenblende eines Fahrzeuges befestigt wird. Sie wird also nicht fest im Auto eingebaut. Sie ist in Deutschland für knapp 60€ erhältlich.Parrot Minikit+

Design des Parrot Minikit+

Das Parrot Minikit+ ist 11cm x 6cm groß und an seiner dicksten Stelle knapp 3cm hoch. An der Kopfseite befindet sich das Mikrofon, ein kombiniertes Kontrollrad/Knopf – Element und zwei Taster zum Ein/Aus Schalten bzw annehmen und ablehnen von Telefongesprächen. Davon abgesehen nimmt ein Flat-Lautsprecher den Großteil der Oberfläche des Parrot Minikit+ ein.

Auf der Rückseite befindet sich ein Drahtclip. Dieser dient der Befestigung an der Sonnenblende. Dieser dürfte für die Nutzung der allermeisten Sonnenblenden passen. Sollte die Blende dennoch zu dick sein, wird noch ein elastisches Gummiband mitgeliefert, welches man über die Sonnenblende stülpt und schlaufen zur Aufnahme des Drahtclips besitzt. Man bekommt das Minikit+ also auf jeden Fall an der Sonnenblende befestigt.

Akku, Ladezeit und automatischer Standby-Modus

Das Parrot Minikit+ besitzt einen Akku. Man muss es also während der Nutzung nicht mit Strom versorgen. Diese hält 12 Stunden Gesprächzeit und bis zu 15 Tage im Standby Modus durch. Diese lange Standby Zeit wird dadurch erreicht, dass sich das Parrot Minikit+ fast komplett abschaltet, sobald das gepaarte Smartphone nicht mehr in der Nähe ist.

Der Clou hierbei ist, dass das Minikit+ einen sehr empfindlichen Bewegungssensor besitzt. Sobald man die Tür des Fahrzeuges öffnet und sich hineinsetzt, merkt das Minikit+ dies und wacht aus dem Standby Betrieb wieder auf. Ist Bluetooth auf dem Smartphone in diesem Moment eingeschaltet, verbinden sich beide Geräte sofort wieder. Dieser Vorgang funktioniert zuverlässig und ist vor allem eines: unheimlich praktisch! Denn man kann einsteigen und los fahren, ohne sich erst noch darum kümmern zu müssen, dass Smartphone und Freisprecheinrichtung miteinander verbunden sind.

Ist der Akku leer, kann er in knapp dreieinhalb Stunden wieder aufgeladen werden. Ein langes Mini-USB Kabel nebst Adapter für den Zigarettenanzünder wird mitgeliefert. Die entsprechende Mini-USB Buchse befindet sich auf der Seite des Minikit+. Wen das Kabel nicht stört, der kann das Minikit+ auch während der Fahrt nutzen. Das mitgelieferte Kabel ist lang genug, um es vom Zigarettenanzünder, über den Innenspiegel zum Minikit+ an der Sonnenblende zu legen.

Technische Ausstattung des Parrot Minikit+

Die zwei grundsätzlichen Funktionen des Parrot Minikit+ sind, dass es zum einen als Bluetooth Freisprecheinrichtung dient. Und zum anderen kann man mit Geräten, die A2DP-fähig sind, Audio zum Minikit+ streamen. Da das Minikit+ allerdings durch und durch auf Sprache ausgelegt ist, ist der Klang von Musik erwartungsgemäß eher bescheiden. Trotzdem hat diese Funktion eine wirklich praktische Anwendungsmöglichkeit. Dazu später mehr.

Das Pairing

Das Pairing zwischen Smartphone und Minikit+ funktioniert zuverlässig und problemlos wie bei jedem anderen Bluetooth Gerät auch. Nach dem Pairing versucht das Minikit+ ersteinmal das Telefonbuch des Smartphones in seinen Speicher zu laden. Dies geschieht automatisch, kann später aber auch manuell ausgelöst werden. Der Speicher ist ausreichend für 2000 Einträge. Das Minikit+ merkt sich die Pairing Daten der letzten 10 verbundenen Smartphones. So dass man diese nicht jedesmal neu paaren muss.

Darüber hinaus beherrscht das Minikit+ die Multipoint Technik. Das bedeutet das zwei dieser 10 gemerkten Smartphones gleichzeitig mit dem Parrot Minikit+ verbunden sein können. In der Praxis bedeutet das, dass das Minikit+ jeweils unterschiedlich klingelt. Man weiß also genau, welches der beiden gepaarten Smartphones gerade angerufen wird.

Gesprächige Freisprecheinrichtung

Neben den unterschiedlichen Klingeltönen ist zudem sehr hilfreich, dass das Minikit+ den Namen des Anrufers ausspricht. Das funktioniert natürlich nur, wenn der Name auch im Gerät gespeichert ist.

Überhaupt ist das Parrot Minikit+ ein sehr gesprächiges Gerät. Da das Teil kein Display besitzt, spricht es alle Menüpunkte (erreichbar über den Drehknopf) schlicht und ergreifend aus. Im Gegenzug kann man auch selbst mit dem Minikit+ sprechen. Den grünen Knopf drücken und den Namen des Kontaktes aussprechen und schon leitet das Minikit+ den Anruf ein. Sind für einen Kontakt mehrere Nummern gespeichert, fragt das Gerät vorher nach ob man beispielsweise die Mobilnummer oder die Festnetznummer des Kontaktes anrufen möchte. Ebenso kann man eingehende Anrufe durch das Aussprechen von “Annehmen” bzw “Ablehnen” beantworten.

Dem Parrot Minikit+ Deutsch beibringen

Das Parrot Minikit+, welches mir von mobilefun.de für diesen Test zur Verfügung gestellt wurde, sprach im Auslieferungszustand allerdings erstmal nur Englisch. Was allerdings eher ein sehr kleines Problem ist. Auf der Seite von Parrot lassen sich verschiedene Sprachdateien herunterladen. Natürlich auch eine deutsche Datei. Das Minikit+ wird daraufhin einfach per USB an einen Computer angeschlossen und wird dort als Wechselspeicher-Medium angezeigt. Hier schiebt man einfach die Sprachdatei rein. Danach das Minikit+ vom Computer entfernen und einmal aus und wieder einschalten und schon spricht das Teil Deutsch.

Die Klangqualität

Das Parrot Minikit+ erfüllt seine Kernaufgabe wirklich sehr gut. Es ermöglicht einwandfreie Telefonate! Der Gesprächspartner ist klar und deutlich zu verstehen und auch bei Autobahnfahrten ist der Klang noch laut genug. Dank des wirklich sehr guten Mikrofons mit Störschall- und Echounterdrückung ist ebenfalls gewährleistet, dass man vom Gesprächspartner gut verstanden wird. Und das ohne brüllen zu müssen.

Was das streamen von Audio angeht, sollte man auf Musik verzichten. Möglich wäre es zwar MP3 vom Smartphone über das Minikit+ wiederzugeben, aber dafür ist der Lautsprecher einfach nicht ausgelegt. Der Optmierungsschwerpunkt liegt hier eindeutig auf Sprache. Der Vorteil des A2DP Streamings über das Minikit+ ist allerdings, dass hier wirklich alle Audiosignale des Smartphones über das Minikit+ wiedergegeben werden. Das gilt auch für Sprachanweisung einer Turn-by-Turn Navi App (z.B. Google Maps). Diese werden so auch wesentlich verständlicher.

Fazit

Das Parrot Minikit+ ist ein wirklich praktisches Helferlein im Auto. Die sehr gute Sprachqualität sorgt für verständliche Telefonate und das auf beiden Seiten. Dank A2DP Unterstützung lässt sich ein Smartphone auch sinnvoll als Navi im Auto nutzen. Zwar ist die Bedienung ohne Display am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber die wirklich sehr gute Sprachkommando-Unterstützung macht dieses kleine Manko mehr als wett. Alles in allem ist das Minikit+ in dieser Preisklasse eine wirklich sehr gute Freisprecheinrichtung.

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About Andreas Rabe

IT Spezialist, Blogger und Hesse. > Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Wenn bereits der Ansatz falsch ist, so führt strenge Logik unweigerlich zum falschen Ergebnis. Nur Unlogik gibt Dir jetzt noch die Chance, wenigstens zufällig richtig zu liegen.

3 Responses to Parrot Minikit+ im Test

  1. Markus says:

    Ich habe diese Freisprecheinrichtung in meinem Geschäftswagen und finde sie auch sehr gut. Was stimmt ist, dass man am Anfang ein bisschen Zeit zur Eingewöhnung braucht – aber danach hat man wirklich ein super Produkt!

  2. Jens says:

    Interessantes Auto Gadget. Aber wie wird das an der Sonnenblende befestigt? Kann mir nur schwer vorstellen, wie das halten soll, vor allem wenn ich die Sonnenblende brauche.

  3. Pingback: Telefonieren am Steuer: In Deutschland recht günstig | Addis Techblog

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