Warum Einsteiger-Smartphones immer nur 4GB Speicher haben

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass Smartphones im Einsteiger Bereich fast immer nur mit 4 GB Speicher ausgerüstet sind? Jetzt könnte man sagen: Ja, ist klar! Schließlich will der Hersteller im Bereich der Einsteiger Smartphones die Preise möglichst niedrig halten. Schließlich kostet die viele Technik, der Vertrieb, Transport, die Gewinnmargen der Zwischenhändler ja schon genug. Mehr Speicher würde den Preis eines solchen Smartphones bestimmt deutlich erhöhen. Und das stimmt auch! Allerdings macht es für den Hersteller selbst kaum einen kostenmäßigen Unterschied, ob er nun 4GB oder 8GB verbaut. Trotzdem würde der Preis relativ in die Höhe schießen. Der Grund liegt also woanders!Wiko Bloom

Pauschalabgaben für Urheberrechtsverwertungen

Der eigentlich Grund, warum ein Smartphone mit mehr Speicher plötzlich deutlich mehr kosten würde, liegt an den in Deutschland “außerordentlich beliebten” Verwertungsgesellschaften. Hierzulande muss auf jedes Medium mit dem etwas kopiert oder auf das etwas kopiert werden kann, eine Pauschalabgabe gezahlt werden. Hierzu zählen unter anderem auch Daten-Rohlinge, Festplatten, Kopiergeräte, Brenner, Speicherkarten und USB-Sticks. Aber eben auch Smartphones.

So muss für ein Smartphone mit 8GB Speicher eine Pauschalabgabe von 36€ gezahlt werden. Das schlägt sich natürlich auf den Verkaufspreis des Gerätes nieder. Bei einem Smartphone mit 4GB beträgt die Abgabe “nur noch” 16€.

Nehmen wir als Beispiel das Einsteiger Smartphone Wiko Bloom: Dieses wird im Laden aktuell für ca 130€ verkauft und besitzt 4GB Speicher. Im Verkaufspreis enthalten ist natürlich die 16€ Pauschalabgabe. Würde Wiko 8GB einbauen, müsste das Bloom für 150€ verkauft werden, da nun die Pauschalabgabe plötzlich 36€ beträgt. Und das ist in Relation zum ohnehin geringen Verkaufspreis eines solchen Smartphones schon eine deutliche Preissteigerung, die spürbar ins Gewicht fällt. Im höherpreisigen Smartphone-Segment (im Bereich 400-600€) fallen 20€ mehr oder weniger natürlich nicht so sehr ins Gewicht. Darum wird hier auch durchweg mehr Speicher verbaut.

Wer bekommt dieses Geld?

Die aus diesen Pauschalabgaben gewonnen Gelder fließen zunächst einmal an die Zentralstelle für private Überspielrechte (ZPÜ). Von dort werden sie weiterverteilt an die GEMA,  die VG Wort und die VG Bild und Kunst. Diese verteilen die Gelder wiederrum an ihre Mitglieder (Musiker, Autoren, Künstler). Nimmt man die Verkaufszahlen aller Geräte, auf die diese Pauschalabgabe gezahlt werden müssen, dann kommt hier sicherlich ein stolzes Sümmchen zusammen. Wer mal staunen möchte, was er für unterschiedliche Geräte zahlen muss, sollte sich diese Auflistung auf Wikipedia mal ansehen. Highlight ist hier der Lasermultifunktionsdrucker mit Kopierer, der mehr als 40 Seiten/Minute druckt. Stolze 87,50€ muss man hier als Pauschalabgabe löhnen.

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About Andreas Rabe

IT Spezialist, Blogger und Hesse. > Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Wenn bereits der Ansatz falsch ist, so führt strenge Logik unweigerlich zum falschen Ergebnis. Nur Unlogik gibt Dir jetzt noch die Chance, wenigstens zufällig richtig zu liegen.

2 Responses to Warum Einsteiger-Smartphones immer nur 4GB Speicher haben

  1. Moritz says:

    Verstehe die Hersteller nicht warum die dagegen nicht Sturm laufen. Ich meine Lasermultifunktionsdrucker bekommt man doch auch schon ab 100€, da verdient doch der Hersteller nichts mehr daran!? Und die ZPÜ verdient sich eine goldene Nase fürs nichts tun….

  2. Alexa says:

    Und für die Downloads von den legalen Streaming Anbietern zahlt man dann ein weiteres mal.

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