Warum Menschen aus der IT Englisch können müssen

Es gibt einen durchaus bekannten Text, der seit Jahren durch das Internet geistert. Hier hat sich irgendjemand mal die Mühe gemacht, eine ganze Reihe (damals allgemein üblichen) Begrifflichkeiten aus Informationstechnologie aus dem Englischen stur wortwörtlich in das Deutsche zu übersetzen. Herausgekommen ist ein rein deutscher Text, der oberflächlich die elektronische Datenverarbeitung erklärt.

Weichware, Hartware und Fenster 98

Beispiel gefällig? Bitte sehr:

So, damit sind nun die optimalen Grundlagen für Einbau und Betrieb der Weichware geschaffen! Damit die Weichware auf unserer Hartware überhaupt laufen kann, brauchte es ein Betriebssystem. Es empfiehlt sich heute, ein solches mit einem grafischen Benutzer-Zwischengesicht zu installieren. Besonders weitverbreitet sind die Systeme Winzigweich-Fenster 3.1 und das neuere Fenster 95 des gleichen Herstellers (Gerüchten zufolge soll übrigens noch in diesem Jahr das neuere Fenster 98 mit integriertem Zwischennetz-Erforscher erscheinen – letzteres ist ärgerlich für Leute, die lieber mit dem Netzschaft-Schiffsführer wellenreiten wollen).

Ja, der Abschnitt aus dem Text “Mutterbrett und Riesenbiß” klingt absurd und ungewohnt. Und in erster Linie soll er sicherlich einfach lustig sein (was er auch ist). Aber dennoch macht er auch etwas ganz anderes mehr als deutlich. Nämlich, dass die IT voll von englischen Begrifflichkeiten ist.

Englisch, die Sprache der IT

Das liegt vor allem daran, dass vieles aus der IT schlicht und ergreifend in den USA entwickelt wurde. Selbst die Basis heutiger PC, die “von Neumann Architektur” wurde maßgeblich an der Princeton University in den USA entwickelt. All das hat natürlich dazu beigetragen, dass Englisch defacto die Standard Sprache der IT ist. Und dementsprechend ist auch sehr viel Fachliteratur schlicht und ergreifend auf Englisch verfasst. Und da diese oft auch nur in kleinen Auflagen erscheint, kommen auch keine Übersetzungen auf Markt. Und natürlich ist die IT auch ein globales Betätigungsfeld. Man trifft immer wieder (und sei es nur per eMail) auf Kollegen aus der Branche, die kein Deutsch verstehen. Und wie verständigt man sich? Richtig: auf Englisch.

Die Antwort auf die Frage, ob man Informatiker, Systemadminstrator oder ähnliches werden kann, ohne weitergehende Englischkenntnisse, kann man also getrost mit nein beantworten.

Nun ist die IT aber auch ein Berufsfeld, auf dem wie in kaum einem anderen die Chancen für Quereinsteiger so groß sind. Aber auch für die gilt, dass man eine fundierte Englischkenntnisse nicht sonderlich weit kommt. Das ist einfach so. Wer also mit dem Gedanken spielt, sich hier beruflich zu verwirklichen, sollte nicht vergessen auch die eigenen Englischkenntnisse zu prüfen und Schulwissen eventuell aufzufrischen.

Selbststudium via Software

Das lässt sich mit ein wenig Selbstdisziplin sogar recht einfach selbst bewerkstelligen. Das Mittel der Wahl wäre hier eine Englisch Lernsoftware. Der Markt hält hier eine ganze Reihe unterschiedlicher Softwarelösungen bereit. Diese richten sich natürlich teilweise auch an Schüler mittlerer oder höhrer Jahrgangsstufen, aber es gibt durchaus auch einige, die sich an Erwachsene richten. Und zwar sowohl an blutige Anfänger, als auch an Fortgeschrittene. Das didaktische Konzept der verschiedenen Softwarelösungen unterscheidet sich natürlich je nach Anbieter. Hier sollte man sich im Vorfeld im Netz schlau machen und sich dann für eine Lösung entscheiden, die einem selbst zusagt.

Wem es allerdings an der notwendigen Selbstdisziplin, um sich per Software die Englische Sprache selbst bezubringen, fehlt, der sollte sich vielleicht überlegen einen Volkshochschulkurs zu besuchen. Denn Lernen in der Gruppe kann motivieren und den Mangel an Selbstdisziplin unter Umständen ausgleichen.

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About Andreas Rabe

IT Spezialist, Blogger und Hesse. > Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Wenn bereits der Ansatz falsch ist, so führt strenge Logik unweigerlich zum falschen Ergebnis. Nur Unlogik gibt Dir jetzt noch die Chance, wenigstens zufällig richtig zu liegen.

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