Die Geschichte hinter Netflix

Die Geschichte von Netflix begann mit etwas, was wir heute so gar nicht mit dem Platzhirsch der Streaminganbieter in Verbindung bringen würden. Und ja, aus heutiger Sicht klingen Begriffe wie DVD und Briefumschläge schon irgendwie altertümlich.

Die Legende von Apollo 13

Aber genau so hat Netflix angefangen. Als Online DVD Verleih. Und der Legende nach entstand Netflix aus Frustration heraus. Denn Netflix Gründer Reed Hastings verlegte wohl einmal eine Leihvideokassette des Films “Apollo 13”. Mit der Zeit sammelte sich eine Leihgebühr von 40 US Dollar an. Was für eine Menge Frustration bei Hastings sorgte. Dem frustrierten Hastings fiel daraufhin das Geschäftsmodell des von ihm besuchten Fitnessstudios auf. Hier konnte man für 40 Dollar soviel trainieren, wie man wollte. Und deshalb gründete Hastings zusammen mit Marc Randolph im August 1997 Netflix als Online Videoverleiher.

Der Betrieb wurde im darauffolgenden Jahr aufgenommen und ein Jahr verging noch bis das Abo Modell stand: Von da ab konnte man bei Netflix für eine monatliche Gebühr so viele DVDs per Post kommen lassen, wie man schaffte anzusehen. Dies ist zumindest die Geschichte, wie sie Hastings gerne und oft erzählt.

Laut dem später bei Netflix ausgestiegenen Randolph klingt das dann aber eher so: Hastings und Randolph wollten lediglich etwas ähnliches wie Amazon aufziehen und man entschied sich dann halt für den DVD Verleih.

125 Millionen Stunden Video pro Tag

Mittlerweile spielen, wie jeder weiß, DVDs für Netflix keine Rolle mehr. Kerngeschäft von Netflix ist nun schon seit Jahren der Streaming Dienst, der zudem verstärkt zudem mit netflix-eigenen Produktionen gefüttert wird. Die Millionen an Kunden, die Netflix mittlerweile weltweit hat, schauen pro Tag insgesamt 125 Millionen Stunden Video an.

Hieraus hat sich sogar der Beruf des Netflix Taggers entwickelt. Menschen, die 40 Stunden die Woche, beruflich Filme und Serien auf Netflix schauen und das Gesehene verschlagworten. Was noch einem Job für überzeugte Bingewatcher klingt, hat allerdings einen kleinen Haken: Netflix gibt natürlich vor, was man sich ansehen muss. Und das ist nicht zwangsläufig das, was einem gefällt.

Dass Netflix sehr früh schon eigene Inhalte produzierte, lag daran, dass Hastings wohl klar war, dass Netflix von einer Reihe Konkurrenten umgeben sein würde. Das beste Beispiel ist hier sicher Amazon, mittlerweile auch ein Gigant unter den Streaming Anbietern. Also setze Netflix die Messlatte schon früh sehr hoch an. Und zwar mit exklusiven Inhalten, die es nur auf Netflix zu sehen geben sollte.

Den Anfang machte hier die Erfolgsserie “House of Cards”. Witzigerweise lief hier die Serie zunächst nur auf Sky. Und zwar ganze einfach, weil der Produktionspartner von Netflix hier die Rechte verkauft hatte. Netflix musste für den Deutschland-Start selbst eine Lizenz erwerben.

Mittlerweile ist Netflix dafür berüchtigt viel Geld für große Deals auszugeben. So ließ Netflix zum Beispiel beliebte Serien wie “Full House” und “Gilmore Girls” wieder aufleben. Oder setzte mit Star Trek Discovery SciFi Maßstäbe.

Apps für Endgeräte

Dank der Netflix Apps auf Fernsehgeräten, Tablets oder Smartphones wird es dem geneigten Zuschauer sehr einfach gemacht sich jederzeit durch Netflix unterhalten zu lassen. Interessanterweise weiß Netflix mittlerweile ziemlich genau, was der einzelne Nutzer sehen möchte. Das liegt daran, dass die Apps natürlich analysieren, was geschaut wird. Ob Filme bzw Serien ganz angesehen werden oder ob sie zwischendrin abgebrochen werden. Und natürlich kann der Nutzer das Gesehene durch einen Daumen hoch bzw runter selbst noch bewerten.

All das hat dann zur Folge, dass man in der Angebotsübersicht der Apps nie sämtliche Filme oder Serien angezeigt bekommt, die Netflix bietet. Vielmehr bekommt man nur die angezeigt, von denen Netflix denkt, dass sie dem einem vermeintlich gefallen könnten.

Die Vision von Netflix ist hier ganz eindeutig, dem Kunden möglichst wenige Vorschläge zu machen – aber bei diesen den Nagel dann genau auf den Kopf zu treffen. Und gelegentlich klappt das sogar ziemlich gut.

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About Andreas Rabe

IT Spezialist, Blogger und Hesse. > Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Wenn bereits der Ansatz falsch ist, so führt strenge Logik unweigerlich zum falschen Ergebnis. Nur Unlogik gibt Dir jetzt noch die Chance, wenigstens zufällig richtig zu liegen.

2 Responses to Die Geschichte hinter Netflix

  1. Marianne says:

    Ist aufjedenfall eine tolle Plattform drauf enstanden ! Ich liebe Netflix 😀

  2. Hallo Andreas,

    an dieser Stelle kurz ein Dank für Deine tolle Webseite. Auch dieser Artikel über die Geschichte hinter Netflix war mal wieder klasse. Besuche Deinen Blog gerne immer wieder. Thanks and nice Sunday!

    Simon

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