Die neue Nintendo Wii U unter der Lupe

Nintendo ist seit Jahrzehnten eine feste Größe innerhalb der Konsolenbranche. Viele sind mit dem NES oder SNES aufgewachsen, welche jeweils zu ihrem Erscheinungszeitraum Maßstäbe gesetzt haben und waren der Konkurrenz teilweise deutlich überlegen. Auch unvergessen sind das legendäre N64 und zuletzt die Nintendo Wii, welche durch ihre Innovative Bewegungssteuerung Abwechslung schuf und ordentlich Schwung in den Konsolenmarkt brachte.

Nun  veröffentlichte Nintendo im November ihren neusten Streich, um nach 6 Jahren nach der Veröffentlichung der Wii in 2006 erneut mitzumischen. Ob Nintendo erneut ein großer Wurf gelingt mit der neuen Konsole? Dem wollen wir nun ausführlich auf den Grund gehen und testen die Wii U auf all ihre Stärken und Schwächen.

Konzeptionelle Innovationen

Wii U (c) Sebastian Rabe/Addis Techblog

Wii U (c) Sebastian Rabe/Addis Techblog

Vorab sollte man erwähnen, dass man mit der Wii U keine großen Schritte in der Grafikdarstellung macht. Die Leistung und Grafikdarstellungsfähigkeit bewegen sich nur etwas über den Niveau der anderen Konsolen die bereits auf dem Markt erschienen sind. Man sollte hier also nicht auf eine Grafikpracht wie bei aktuellen PC Spielen hoffen. Dies ist allerdings typisch für Nintendo Konsolen und auch nichts negatives im Endeffekt, denn wie schon bei der alten Wii überzeugt Nintendo hier mit Innovationen und Spielkonzepten. Die Wii U braucht sich nicht hinter den anderen beiden großen Konsolen zu verstecken und aus meiner Erfahrung als leidenschaftlicher PC-Gamer kann ich sagen, dass die Grafik nicht alles ist. Es gibt mehr als genug Titel, die lediglich mit beeindruckender Grafik aufwarten können, aber keinen Spielspaß bieten wegen langweiliger Konzepte. Die Verkaufszahlen der Vorgängerkonsole geben dem Hersteller Recht, denn sie hat sich zurecht deutlich besser verkauft als die Konkurrenzprodukte über die letzten 6 Jahre.

Der neue Gamecontroller

Was ist nun also die Innovation, die Nintendos neuster Streich zu bieten hat? Dies ist eindeutig der Controller der Wii U. Das Gamebad besitzt ein eigenes 6,2 Zoll Display mit einer Auflösung von 854×480 Pixeln. Außerdem besitzt es die üblichen Tasten, die sich als Standard für Controller durchgesetzt haben. (4 Schultertasten, 4 Fronttasten, 2 analoge Steuerungssticks, Start / Select Tasten, einen Stylus Pen für den Touchscreen und ein digitales Steuerkreuz. Des weiteren befindet sich ein Power-Knopf auf dem Pad zum Ausschalten der Konsole, ein Home-Button um zurück ins „Startmenü“ zu kommen und eine Taste zum Fernbedienen des Fernsehers). Ebenfalls ist das Gamepad mit Bewegungssensoren ausgestattet, was auch in vielen Anwendungen genutzt wird. So kann man zum Beispiel durch das Neigen des Gamepads der Blickwinkel verändert werden kann, oder das Gamepad wird als „Lenkrad“ benutzt. Einen Schieber für die Lautstärke ist ebenfalls vorhanden, da das Gamepad integrierte Boxen besitzt und auch einen Anschluss für Kopfhörer. Eine Rumblefunktion ist auch vorhanden, auch wenn diese eher schwach ausfällt. Das Pad besitzt außerdem eine kleine Kamera in der oberen Mitte, die durchaus gute Bilder liefert. Gerade bei den Party-Games ist dies ein witziges Gimmick. Ein Mikrofon für Sprachchat ist ebenfalls verbaut worden.

Außerdem handelt es sich bei dem Display um einen Touchscreen, welches sehr gut auf Berührungen / Eingaben reagiert. Trotz seiner recht umfangreichen Größe liegt das Gamepad sehr gut in der Hand und wiegt erstaunlich wenig. Qualitativ wirkt alles sehr gut verarbeitet und sieht sehr hochwertig aus. Es macht wirklich Spaß mit dem Controller durch die ganzen Menüs zu navigieren. Außerdem sei erwähnt, dass sehr viele der Spiele auch ohne Fernseher direkt auf dem Gamepad gespielt werden können. Somit hat man hier quasi eine Handheld Konsole mit an Bord. Der Controller und die Konsole kommunizieren dabei über ein eigenes W-Lan. In der Praxis funktioniert dies erstaunlich gut. Selbst wenn die Wii U im Wohnzimmer steht, kann man auch ohne Probleme im Schlafzimmer mit dem Gamepad eine Runde spielen ohne einen Fernseher zu benötigen. Wirklich genial, wenn man vor dem Schlafen gehen noch entspannt im Bett eine kleine Runde spielen will. Dabei sehen die Spiele auf dem Display wirklich sehr gut aus.

So viel zu den technischen Details des Gamepads, aber wie schlägt es sich denn nun im Alltag? Wenn man den Controller das erste mal vor sich liegen hat denkt man sofort darüber nach, wie so etwas großes (ca. 26×13 cm) und scheinbar unhandliches dauerhaft bequem bedienbar sein soll.

Im Vergleich zu den üblichem Controller-Design ist die Anordnung des rechten Analogsticks anderes, denn er befindet sich über den 4 Knöpfen. Wenn man bereits an andere Controller gewöhnt ist, erfordert dies eine kleine Umstellung am Anfang. Wirklich ins Gewicht fallen tut dies aber nicht, da die Analogsticks äußerst griffig sind und ein abrutschen fast unmöglich ist. Die Druckpunkte der Sticks arbeiten auch sehr gut Das digitale Steuerkreuz arbeitet viel präziser als die Gegenstücke der großen Konkurrenz. Auf der Rückseite des Pads befinden sich auf der linken und rechten unteren Seite kleine Wölbungen, mit denen man das Eingabegerät sehr gut in der Hand halten kann, ohne dabei eine Verkrampfte Haltung der Hände zu haben. Auch nach Stunden des Spielens wirkt das Gamepad zu keinem Punkt unhandlich oder unbequem, gerade durch das geringe Gewicht von 491 Gramm wird es trotz der Größe nie zu schwer. Ergonomisch betrachtet ist Nintendo hier eine Meisterleistung gelungen, somit hat das Gamepad den Alltagstest mit Bravur bestanden.

Die Konsole selbst

Kommen wir nun zu der Konsole selbst. Das Design ist nicht außergewöhnlich oder extravagant, aber die Wii U macht sich dennoch gut im heimischen Wohnzimmer. In Sachen Speicher setzt man hier auf fest eingebauten Flashspeicher (8gb in der normalen Wii U und 32GB in der Premium Edition). Weiterhin verfügt die Wii U über 4 USB 2.0 Anschlüsse und erlaubt somit das verbinden mit externen Festplatten. Diese benötigen allerdings eine eigene Stromversorgung in den meisten Fällen. 2 der USB Anschlüsse befinden sich an der Front der Konsole hinter einer Natürlich gibt es auch einen Power-Knopf und eine Taste zum auswerfen der Discs.

Das Laufwerk liest Datenträger im DVD / CD-Formfaktor, spielt allerdings keine Blu-Rays, DVDs oder Musik-CDs ab, was einen der wenigen Schwachpunkte der Konsole darstellt.

Anschlüsse HDMI und ein proprietärer Stecker für die analoge AV Verbindung zum Fernseher sind vorhanden. Natürlich ist hier der HDMI Ausgang wegen dem deutlich schärferen Bild zu empfehlen. Die von der alten Wii bekannte Sensorleiste kann ebenfalls angeschlossen werden und liegt bei der Premium Version bei. Stichwort Sensorleiste: laut Nintendo funktioneren (fast) alle alten Spiele und Eingabegeräte der alten Wii mit der Wii U.

Besonders hervorzuheben sei außerdem noch die Tatsache, dass der Controller über NFC (Near-Field-Communication) verfügt. Das dient zur drahtlosen Kommunikation zwischen Geräten und wird vor allem in Smartphones benutzt. Bisher gibt es noch keine Möglichkeit damit etwas anzufangen, aber man kann sicher sein, dass man später Spielstände, Charaktere oder ähnliche Dinge mit anderen Besitzern tauschen kann mit dieser Technik.

Über einen Infrarotsender, mit dem sich aktuelle Fernsehgeräte bedienen lassen können. Es ist geplant, über diese Schnittstelle später auch AV- und Sat-Reciever zu bedienen. Somit wird das Wii U Gamepad eine schicke Universalfernbedienung werden. Klasse!

Alles in allem kann man durchaus sagen, dass Nintendo hier eine grundsolide Konsole mit vielen netten Details auf den Markt geworfen hat. Fast alle technischen Details überzeugen auf ganzer Linie und auch wenn diese Generation nicht ganz so innovativ wie seinerzeit die alte Wii ist, bietet das neue Gamepad eine gute Basis für interessante neue Konzepte. Vor allem für Familien oder „Partyspieler“ ist die Wii U auf jeden Fall einen Blick wert. Es ist auch sehr sicher, dass die Core-Gamer mit frischen Spielideen überzeugt werden können in der nahen Zukunft.

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About Andreas Rabe

IT Spezialist, Blogger und Hesse. > Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Wenn bereits der Ansatz falsch ist, so führt strenge Logik unweigerlich zum falschen Ergebnis. Nur Unlogik gibt Dir jetzt noch die Chance, wenigstens zufällig richtig zu liegen.

6 Responses to Die neue Nintendo Wii U unter der Lupe

  1. Nadine says:

    Kann das so absolut bestätigen, endlich mal ein Mario in HD 🙂
    Die absolute Innovation wie der Vorgänger ist es echt nicht, aber es macht halt einfach Spaß und das ist ja das wichtige.
    lg

  2. Mila says:

    Absoluter Spaß garantiert und das in jedem Alter. Ob jung oder alt, jeder ist gerne dabei, wir haben uns extra einen neuen Bildschirm gekauft…

  3. ingrid says:

    Sehr schön geschriebener Beitrag der einem die Entscheidung für die neue Nintendo Wii durchaus erleichtert .)

  4. Christian says:

    Auch ich kann die Nintendo Wii U nur jedem weiter empfehlen. Es macht unglaublich Spaß mit dieser Konsole zu zocken. Immer wenn ich morgens aufstehe und mit der Bahn 20 Minuten zur Uni fahre, freue ich mich auf das Zocken. Die Leute gucken schon ganz neidisch 🙂

  5. Pingback: Mein Blogartikel Nr 200 - Addis Techblog

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